"Tugendwächter" sollen Wikipedia vor Pornos schützen

Nach einem heftigen Streit um pornografische Bilder in der Online-Enzyklopädie sollen externe Berater die Wikipedia-Regeln untersuchen. Langfristig soll geklärt werden, was auf Wikipedia erlaubt ist und was nicht.

THEMENBILD: SPOE/OEVP IM WIKIPEDIA
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(c) APA (Barbara Gindl)

Der Vorstand der Wikimedia Foundation, der Organisation hinter der freien Online-Enzyklopädie Wikipedia, will anzüglichen Bildern Einhalt gebieten. Dazu sollen externe Berater eingebunden werden, die Empfehlungen für den Umgang mit Penisbildern oder anderem pornografischem Material entwickeln sollen, berichtet Heise. Dabei geht es um die schwierige Frage, welche Inhalte relevant für das Weltwissen sind, und welche Inhalte einfach nur anstößig sind. Wikimedia hat dafür jetzt den kanadischen Berater Robert Harris engagiert, der die Regeln von Wikipedia unter die Lupe nehmen soll.

Langwierige Debatte

Ausgelöst wurde die Debatte durch pornografische Bilder, die angeblich Kindesmissbrauch zeigen. Wikipedia-Gründer Jimmy Wales löschte daraufhin die beanstandeten Fotos, was den Zorn der Autorengemeinde der Enzyklopädie nach sich zog. Nach scharfer Kritik musste er einen Teil seiner Privilegien zurücklegen. Seine Entscheidung war auch innerhalb Wikimedia nicht unumstritten. Laut Vorstandsmitglied Michael Snow wurden hunderte E-Mails zu dem Thema intern ausgetauscht, ohne dabei eine Lösung zu finden. Daher kam es zur Entscheidung, einen externen Berater zu beauftragen.

(Red.)

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