Harley-Davidson verlagert Teile der Produktion weg von den USA

Die Maßnahme der Verlagerung wird laut Unternehmen neun bis 18 Monate brauchen. Die Werke in Brasilien, Indien und Thailand sollen ausgebaut werden.

Harley-Davidson bikes are seen at the 'Hamburg Harley Days' in Hamburg
Harley-Davidson bikes are seen at the 'Hamburg Harley Days' in Hamburg
Harley-Davidson verlagert Produktion. – REUTERS

Die EU hat Vergeltungszölle im Wert von 2,8 Mrd. Euro auf US-Produkte verhängt. Davon sind auch Harley-Davidson-Maschinen betroffen. Diese können dann bis zu 43.000 Euro kosten, denn es muss nun ein Zoll von 31 Prozent gezahlt werden, um 25 Prozentpunkte mehr als vorher. Deshalb wird Harley-Davidson einen Teil seiner Produktion aus den USA verlagern. Dadurch soll eine Preiserhöhung für Kunden in Europa vermieden werden, teilte das Unternehmen am Montag mit. Die Anhebung der EU-Zölle von bisher sechs auf 31 Prozent mache ein Motorrad von Harley-Davidson in Europa im Schnitt um 2.200 Dollar teurer.

Bis die Verlagerung der Produktion binnen 9 bis 18 Monaten über die Bühne geht, werde Harley-Davidson diese Kosten selbst tragen, hieß es. Das bedeute allein für den Rest dieses Jahres eine Belastung von voraussichtlich 30 bis 45 Mio. Dollar (bis zu 38,6 Mio. Euro). Harley-Davidson ist das erste US-Unternehmen, das eine detaillierte Einschätzung zu den Auswirkungen dieses Handelskonflikts abgab.

Würde man die höheren Kosten mit einer Preiserhöhung an Käufer weitergeben, hätte das einen "sofortigen und langanhaltenden" Schaden für das Geschäft in der Region zur Folge, erklärte Harley-Davidson den Schritt. Europa sei mit knapp 40.000 verkauften Harley-Motorrädern im vergangenen Jahr der zweitwichtigste Markt für die Firma nach den USA. Harley-Davidson hat Werke außerhalb der USA in Brasilien, Indien und Thailand. Diese Fabriken sollen nun ausgebaut werden.

Von den von der EU am vergangenen Freitag in Kraft getretenen Vergeltungszöllen sind auch US-Produkte wie Whiskey, Jeans, Reis und Mais betroffen. Dieses Zölle sind eine Reaktion auf zuvor von US-Präsident Donald Trump verhängte Sonderabgaben auf Stahl- und Aluminiumeinfuhren aus Europa.

 

(APA/dpa)

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