23.05.2012 07:50 | Meine Presse Merkliste 0

Schulsystem: OECD empfiehlt Österreich Neue Mittelschule für alle

09.02.2012 | 14:36 |   (DiePresse.com)

Die OECD appelliert an Österreich, benachteiligte Schüler stärker zu unterstützen um für soziale Fairness zu sorgen. Etwa durch ein Abschaffen des Sitzenbleibens und der freien Schulwahl, sowie verstärkter Beratung.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

In Österreich hängt die Bildungslaufbahn überdurchschnittlich stark vom sozialen Hintergrund ab. In dem am Donnerstag präsentierten Bericht "Equity and Quality in Education: Supporting Disadvantaged Students and Schools" appelliert die OECD an Österreich, bereits begonnene Reformen voranzutreiben und benachteiligte Schüler stärker zu unterstützen, um für mehr soziale Fairness zu sorgen. Die konkreten Empfehlungen aus der Studie: Neue Mittelschulen für alle, kein Sitzenbleiben mehr, Abschaffen der freien Schulwahl durch die Eltern und Ausbau der Bildungs- und Berufsberatung.

In Österreich gebe es zwar relativ wenige Personen, die die Schule abbrechen. Die meisten kommen laut OECD aber aus armen oder bildungsfernen Familien oder haben Migrationshintergrund. "Kinder aus schwierigen sozialen Verhältnissen gehen zudem häufiger in Schulen, die nur über geringe Mittel verfügen. Hinzu kommt, dass sich die Eltern private Nachhilfe oft nicht leisten können", beschreibt die OECD die aktuelle Lage.

OECD: Frühe Selektion Grund für Ungleichheit

Als einen Grund für die soziale Ungleichheit nennt die OECD in einem eigenen Österreich-Unterkapitel die Selektion der Schüler bereits mit zehn Jahren, was bei jenen, die in eine weniger angesehene Schulform eingeteilt werden, zu Demotivation führe. Die Einführung der Neuen Mittelschule, die die Hauptschule flächendeckend ersetzen soll, sei "ein erster Schritt" in Richtung längeren gemeinsamen Lernens. "Die Reformen lassen allerdings die allgemein bildende höhere Schule außen vor, was die Chancengleichheit an österreichischen Schulen weiterhin beeinträchtigt", so die OECD.

Zu Verbesserungen würde laut OECD auch das Abschaffen von Klassenwiederholungen beitragen, bei dem sozio-ökonomische Unterschiede noch stärker ins Gewicht fallen. Derzeit ist der Anteil der 15-jährigen Österreicher, die mindestens eine Klasse wiederholt haben, etwa doppelt so hoch wie der Anteil im OECD-Schnitt. Lob gibt es deshalb für die geplante deutliche Verringerung von Klassenwiederholungen im Rahmen der Modularen Oberstufe. "Diese Entwicklung ist vielversprechend und sollte auch auf andere Jahrgangsstufen ausgeweitet werden."

Freie Schulwahl verstärkt soziale Trennung

Soziale Ungleichheit wird laut OECD indes auch dadurch verstärkt, dass Eltern die Schule für ihre Kinder wählen können. Die Folge: Gerade in Großstädten würden Kinder häufig in Privatschulen geschickt. Die OECD plädiert stattdessen für Auswahlverfahren, die Elternwünsche und soziale Aspekte miteinander vereinbaren. Alternativ könnten Anreize für Schulen geschaffen werden, die benachteiligte Schüler aufnehmen. Sozial schwache Familien könnten zudem besser über die schulischen Möglichkeiten ihrer Kinder informiert werden, ebenso sollten Jugendliche dabei unterstützt werden, die passende (Berufs-)Ausbildung zu wählen.

Lob gibt es von der OECD für den kostenlosen verpflichtenden Kindergartenbesuch für Fünfjährige, allerdings wäre es gerade bei sozial schwachen Familien wichtig, dass auch Kinder unter drei Jahren schon außer Haus betreut werden.

(APA)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo
Als Gast kommentieren

...oder einloggen um als registrierter Benutzer zu kommentieren (Vorteile dieser Variante)


Mit dem Absenden Ihres Kommentares erklären Sie sich mit den Forenregeln einverstanden.

*... Pflichtfelder

Sicherheitscode
(Was bringt das?)*



Schwer lesbar?
Neuen Code generieren

Verbleibende Zeichen

76 Kommentare
 
1 2 3
Gast: bergziege
12.02.2012 00:41
13 0

Was geht die OECD unser Schulsystem an?

Bis jetzt hatten wir in Österreich eine Schule, die gute Allgemeinbildung gewährleistete. Dass diese ohnehin bald nicht mehr möglich sein wird, dafür sorgen bereits unsere Bildungspolitiker. Es ist gar nicht notwendig, dasss sich die OECD zusätzlich einmischt. Schon gar nicht mit der schwachsinnigen Forderung, dass Eltern ihre Kinder nicht mehr in Privatschulen schicken dürften. Das ist wohl Einmischung in die Privatsphäre. Oder der Beginn von Diktatur? Jedenfalls erkennt man ein massives Interesse an Volksverblödung.

Luzius
11.02.2012 11:00
15 0

Schulsystem: OECD empfiehlt Österreich Neue Mittelschule für alle

das bedeutet wohl geplante Massenverdummung, damit künftige Wähler selbst gar nichts mehr selbst entscheiden können.


Schrapnell
10.02.2012 20:52
16 0

Konkurrenz

Die anderen OECD Länder wollen natürlich keine gut ausgebildete Konkurrenz aus Österreich.
Und wir sind so blöd und beten das nach.

Dr.Schwejk
10.02.2012 19:09
6 0

Abschaffen der freien Schulwahl durch die Eltern

Die Kinder der Sozialdemokraten aus Hütteldorf ins "Theresianum", zahlen sollen's die Bewohner des 1.Bezirkes.

Gast: Elternteil
10.02.2012 15:03
28 0

Was viele Eltern machen, vor allem in Wien:

Kinder in katholische Privatschulen schicken.

Das Schulgeld wird gerne bezahlt. Die Eltern finden es nicht cool, daß ihre Kinder für Schulexperimente herhalten müssen.

Man erspart sich auch Arztwege, weil gebrochene Nasen, Veilchen und andere Blessuren damit verhindert werden. Handys werden auch nicht mehr gestohlen!

Auch Politiker schicken ihre Kinder in Privatschulen. Wird schon einen Grund haben, oder?

Gast: Managerin
10.02.2012 14:00
13 0

Laecherlich -

wer sollte mir verbieten, fuer mein kind die beste schule auszusuchen? genau aus diesem grund besucht meine tochter ein internat in grossbritannien - ist auch nicht teurer als schicke autos und tolle urlaube. das haben wir halt nicht, da uns bildung wichtiger ist, als den nachbarn mit luxusguetern zu beeindrucken. ich will nicht, dass mein kind schlechtere chancen im leben hat, weil es in irgendwelche gesamtschulen gehen muss, wo ich nicht mal weiss, aus welchem milieu der/die sitznachbar/in kommt. ich geh' ja auch nicht zum diskonter einkaufen, sondern achte auf qualitaet.

Antworten Gast: mostschädel
11.02.2012 08:22
0 2

Re: Laecherlich -

gibt es jemanden,der neben der sitzen möchte,oder gar neben ihrem lieben Kind ?

Gast: Holzapfel
10.02.2012 07:51
19 0

Unfassbar.

Überall regiert der Fresskapitalismus in seiner enthemmtesten Form, nur an den Kindern will man sich mit urzeitstalinistischen Modellen schadlos halten.

21 0

Ich bin ja sehr für die Förderung schwächerer Schüler.

Aber nicht unbedingt auf Kosten der besseren. Diese Vorschläge helfen nicht unbedingt den Schwächeren, senken aber sehr wohl das Niveau der gesamten Schule.
Viel besser wäre eine individuelle Förderung, sodass es gar nicht mehr dazu kommt, dass jemand sitzenbleibt. Wieso kann man nicht bei denen ansetzen, die das Problem darstellen, nämlich bei den schwächeren Schülern? Wenn die Eltern zu arm sind für gute Schulen, dann muss man sie eben unterstützen. Sprechen die Kinder nicht ausreichend Deutsch, muss hier gefördert werden.

Antworten Gast: ideologo
09.02.2012 23:03
1 10

Re: Ich bin ja sehr für die Förderung schwächerer Schüler.

Sagt wer, dass es keine Leistungsgruppen geben wird?

2 1

Re: Re: Ich bin ja sehr für die Förderung schwächerer Schüler.

Ja, das wurde mehrmals gesagt. Es soll nur dann später zwei Programme geben: eines, das auf die Oberstufe vorbereitet und eines, das dies eben nicht tut. Die Kinder sollen aber dabei nicht räumlich getrennt werden, sondern in einem Raum unterrichtet werden.

Das kann funktionieren, wenn der Klassenzusammenhalt stimmt und alle Kinder lernen, aufeinander Rücksicht zu nehmen. Sprich: die guten helfen den Schwächeren, dafür stören die Schwächeren nicht den Unterricht. Ich hoffe, dass die Lehrer es schaffen werden, die Kinder dazu zu bringen, denn nur dann können alle von der Gesamtschule profitieren. Ich hoffe auch, dass die Eltern mitziehen und ihren Kindern in Zukunft mehr Hilfsbereitschaft und Rücksichtnahme beibringen und das auch einfordern (leider passiert das heute oft nicht ausreichend).

Sonst sehe ich nämlich schwarz für die Gesamtschule.

Antworten Antworten Gast: Gast345
10.02.2012 14:56
7 2

Re: Re: Ich bin ja sehr für die Förderung schwächerer Schüler.

Es wird keine Leistungsgruppen mehr geben, dafür aber ab der 3. Klasse Abteilungsunterricht wegen der dann angesagten Unterscheidung zwischen grundlegender und vertiefter Allgemeinbildung.
Die vertiefte Allgemeinbildung aber ist Bedingung für einen späteren Besuch einer gymnasialen Oberstufe.

Antworten Antworten Antworten Ruf er
10.02.2012 16:55
0 3

Re: Re: Re: Ich bin ja sehr für die Förderung schwächerer Schüler.

So ein Schmarrn!!

0 0

Re: Re: Re: Re: Ich bin ja sehr für die Förderung schwächerer Schüler.

Schmarrn hin oder her, was Gast: Gast345 schreibt, ist wahr.

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Ruf er
12.02.2012 14:26
0 1

Re: Re: Re: Re: Re: Ich bin ja sehr für die Förderung schwächerer Schüler.

Es ist wahr, aber im Inhalt ein Schmarrn! Es wird nicht funktionieren, wenn Eltern darüber entscheiden, ob ihr Kinder HS-Abschluss kriegen darf oder nicht. Schlechter Unterricht, Missgunst und Beeinflussungen werden an der Tagesordnung sein.

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Gast345
12.02.2012 18:39
1 0

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Ich bin ja sehr für die Förderung schwächerer Schüler.

Ich kann mir ganz gut vorstellen, dass Eltern bei der Einteilung in die Gruppen "grundlegend" oder "vertieft" nichts mitzureden haben. Es wird die Einteilung auf Grund der Leistungen in den ersten beiden Jahren erfolgen.
Natürlich können Eltern schon von vornherein ihr Kind in die Unterstufe der AHS schicken. Das ändert aber nichts daran, dass in der NMS so etwas wie
erfolgen muss:
Beispiel Mathematik:
4 Schülerstunden und 6 Lehrerstunden; 2 Stunden können die grundlegende und die vertiefte Gruppe getrennt unterrichtet werden. Die restlichen beiden Stunden werden sie wohl gemeinsam unterrichtet werden. Wenn man annehmen darf, dass Algebraaufgaben, sobald sie auch nur ein wenig anspruchvoller werden, (3. Leistungsgruppe muss jetzt keine Algebra lernen) einen Bereich auas der vertieften Allgemeinbildung darstellen, dann wird die Gruppe der grundlegenden Allgemeinbildung sich zur gleichen Zeit mit anderen Mathematikaufgaben beschäftigen müssen. Das gilt dann vermehrt in der 4. Klasse.
Einen solchen Unterricht nannte man noch in den 60er Jahren Abteilungsunterricht.

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Ruf er
13.02.2012 08:33
0 0

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Ich bin ja sehr für die Förderung schwächerer Schüler.

Eltern müssen um eine Einstufung (Benotung) als "Hauptschüler" ansuchen. Wenn sie das nicht wollen, kriegen ihre Kinder eine AHS-Zulassung; Fünfer gibt es sowieso nicht mehr. Was ist das Ziel dieser Schule? Der spätere Alltag schaut anders aus. Ist der Lehrer noch Lehrer oder einfach ein besserer Schulwart, der keine Entscheidungen mehr treffen darf? (Soweit mein Wissensstand)

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Gast345
13.02.2012 18:50
0 0

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Ich bin ja sehr für die Förderung schwächerer Schüler.

Da werden nicht sehr viele Eltern um Hauptschulbenotung ansuchen. Daher wird das Niveau nach unten angeglichen und die paar, die erkennen, dass AHS für sie übertrieben ist, bewirken einerseits das Neuerstehen des Abteilungsunterrichtes, andererseits werden sie auf ihre Weise sorgen, dass Schule nicht zu "fad" wird.
Wer wird dann noch anstreben NMS-Lehrer zu werden??

Antworten Antworten Gast: 2Cent
10.02.2012 06:22
8 0

Re: Re: Ich bin ja sehr für die Förderung schwächerer Schüler.

Ja. Die Verordnungen zur NMS.

Ruf er
09.02.2012 20:58
19 1

Bezahlte Anzeige

Dieser OECD- Mist ist entweder eine bezahlte Anzeige der SPÖ oder eine EU ähnliche schwachsinnige oder auch gefährlich gezielte Aussage, ählich wie die Krümmungsverordnung für Bananen. Bin zwar Europäer aber es driftet alles richtung Geldaristokratie und kritiklosen Untertanen.

Martin_01
09.02.2012 20:35
18 1

hm ...


Das wissen wir auch so, dass die OECD unser Schulsystem zerstören möchte.

Damit erhofft sie sich Folgendes:

1. Erhöhung der Arbeitslosenquote
2. Kürzung von Löhnen, Gehältern
3. Erhöhung der Arbeitszeit der Mitarbeiter ohne Gegenleistung
4. Erhöhung der Macht gegenüber der Politik (Arbeitsplätze hin und her)
5. Schaffung eines privaten, kostenpflichtigen Schulwesens neben dem staatlichen
6. Abkassieren mit Schulgeld (20.000 Euro pro Jahr und Schüler aufwärts)
7. Einschränkung von Lebens- und Bildungschancen auf die eigene (reiche) Klientel
8. Erhöhung der Angst vor Verlust des Arbeitsplatzes
9. Zuziehen der Geldschraube bei Menschen des Mittelstandes
10. Reduktion der Sozialleistungen des Staates
11. Schaffung neuer Einnahmequellen aus der Steuerkasse nach Freiwerden der ehemaligen Ausgaben für Sozialleistungen für die eigene Klientel
12. Völlige Abhängigkeit der Wähler und Bürger von einer reichen Noblität
13. Weitere Verarmung des Mittelstandes zugunsten einiger weniger, für die jetzt die OECD spricht.

Alles das passiert bereits.

Antworten Kritias
10.02.2012 16:59
4 0

Re: hm ...

SIe haben vollkommen recht! Gerade im Bildungsbereich verbünden sich immer wieder linke Organisationen und Arbeitgeber-Interessensvertretungen. Warum wohl? Sie haben die Antwort oben gegeben!

Gast: Gasti
09.02.2012 20:02
24 2

Dumme Buerger sind eben leichter zu kontrollieren

Je bloeder - desto besser.

Nichts anderes steht hinter dem OECD Vorschlag.

Gast: keterum kenseo
09.02.2012 19:33
24 1

Und was sagt die OECD

zu der Tatsache, dass in den deutschen Bundesländern mit stärker gegliederten Schulsystemen die Schüler deutlich bessere Ergebnisse aufweisen als jene in Bundesländern mit einheitlichen Schulsystemen, sprich Gesamtschule ?

Antworten Charon
10.02.2012 19:01
7 0

Genau!

Deshalb muss ja auch die Gesamtschule kommen!
Anders ist es nicht möglich, das Stimmvieh dumm zu halten.

Gast: Studien_der_OECD_in_die_TONNE
09.02.2012 19:31
27 1

Da kommt's mir sofort hoch

"Abschaffen der freien Schulwahl durch die Eltern"

Auf welchen Privatschulen haben die OECD-Heinis Ihre Sprösslinge?

"kein Sitzenbleiben"
Weil Leistung ist ja ganz böse!

"Neue Mittelschulen für alle"
Damit der Durchschnitt sicher weiter sinkt!

OECD Bildungsempfehlungen - NEIN DANKE!

 
1 2 3

Schlagzeilen Bildung