Med-Uni Wien: Erstmals mehr Frauen zugelassen

01.08.2012 | 11:49 |   (DiePresse.com)

Die umstrittene genderspezifische Auswertung zeigt Wirkung: 56 Prozent der Medizin- Studienplätze in Wien gehen an Bewerberinnen.

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Erstmals sind beim Eignungstest für das Medizinstudium in Wien heuer mehr Frauen als Männer zugelassen worden. Knapp 56 Prozent der begehrten 740 Studienplätze gehen an Frauen, 44 Prozent an Männer. Der Frauenanteil bei der Platzvergabe entspricht in etwa jenem beim Test. Seit der Einführung des sogenannten EMS-Tests im Jahr 2006 hatten sich zwar stets mehr Frauen beworben, die Mehrheit der Plätze ging allerdings immer an ihre männlichen Kollegen.

Dass dem heuer nicht so ist, dürfte allerdings weniger an den Testleistungen als an der neuen, genderspezifischen Auswertung liegen, die die Med-Uni heuer durchgeführt hat. Aus den beim Test erzielten Punkten wurde jeweils in Mittelwert für Frauen und Männer errechnet und die Ergebnisse anhand dessen angeglichen. Konkrete Zahlen stellte die Med-Uni nicht zur Verfügung. Auch wie der Test bei der traditionellen Auswertung ausgegangen wäre, gab die Uni nicht bekannt. "Ziel war ein faires Auswahlverfahren, das ist gelungen", heißt es vonseiten der Uni. "Es gibt heuer keinen Gender-Gap, wir gehen davon aus, dass das auf dieses Verfahren zurückzuführen ist."

Die Studentenvertreter, die sich gegen die neue Auswertung gewehrt hatte, waren am Mittwoch nicht erreichbar. Sie hatten nach der Ankündigung des neuen Verfahrens juristische Schritten in Betracht gezogen. Denn einem von der ÖH in Auftrag gegebenen Gutachten zufolge ist die geplante Auswertung rechtswidrig. Die Uni-Leitung blieb dennoch bei dem Verfahren. Das Gutachten gehe von falschen Voraussetzungen aus.

Innsbruck: Frauen wie bisher schlechter

An der Med-Uni Innsbruck, wo derselbe Test verwendet wird, wurden die Ergebnisse beider Geschlechter auch heuer gemeinsam ausgewertet. Die Frauen schnitten dort deutlich schlechter ab als die Männer: 58 Prozent der Kandidaten waren Frauen, der Frauenanteil der Aufgenommenen beträgt dagegen nur 47 Prozent. Das ist in etwa die gleiche Diskrepanz wie im Vorjahr (55 Prozent Frauen bei der Testteilnahme, 44 Prozent bei der Aufnahme). In Graz wird eine andere Methode verwendet, auch dort waren die Frauen aber weniger erfolgreich als die Männer.

Der EMS an den Med-Unis Wien und Innsbruck fragt Studien-Fähigkeiten wie medizinisch-naturwissenschaftliches Grundverständnis, räumliches Vorstellungsvermögen, Umgang mit Zahlen etc. ab. In Graz umfasst der Test neben einem Wissenstest in den Grundlagenfächern Biologie, Chemie, Physik und Mathematik einen Textverständnis-Teil sowie einen Teil, in dem Sozialkompetenz getestet werden soll. Für Zahnmediziner kommt an allen drei Standorten außerdem ein Drahtbiegetest zur Anwendung.

Ab dem kommenden Jahr soll es an allen drei Unis erstmals den gleichen Test geben. Er wird derzeit erarbeitet. Wie das neue Verfahren konkret aussehen soll, ist noch nicht ganz klar.

Medizin-Studienplätze
Insgesamt wurden in Wien 740 Studienplätze für Human- und Zahnmedizin vergeben, in Innsbruck 399 und in Graz 364. Auf Basis der geltenden Quotenregelung werden jeweils 75 Prozent der Plätze Bewerbern mit österreichischem Reifezeugnis, 20 Prozent EU-Bürgern und fünf Prozent Nicht-EU-Bürgern zugeteilt. Angetreten waren in Wien knapp 4400 Personen, in Innsbruck 2100 und in Graz 1700.

(beba/APA)

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156 Kommentare
 
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Gast: MedBega
11.09.2012 12:03
0 0

Nur die Leistung zählt!

Ich will nur von den Besten behandelt werden. Egal ob weiblich oder männlich! Leistung sollte daher das einzige Auswahlkriterium sein!

Die Idee einer Sammelklage ist absolut lächerlich!

Wer dieses Jahr nicht genommen wurde sollte sich einfach besser auf den nächsten EMS Test vorbereiten!

Es gibt ja mittlerweile schon ein großes Angebot an EMS Vorbereitungskursen wie z.B.: http://ems-online.at

Wie sagt man so schön: Ohne Fleiß kein Preis!

Gast: xx
07.08.2012 19:56
0 6

900-1000 Erstsemester 2012!?! - bitte nicht!!

Ich selbst habe beim EMS 2012 mitgemacht. Ich bin eine Frau und mit 144 Punkten dieses Jahr natürlich genommen worden. (yey!) Zum Glück werde ich mich mit dieser Punktezahl auch nie als „Quotenfrau“ rechtfertigen müssen.

Dass wir Frauen (zu mindestens die, die am Test teilgenommen haben) sich nicht über die genderspezifische Auswertung aufregen werden, ist wohl klar.

Auch ich finde, dass die neue Auswertung bestimmt nicht als Endlösung akzeptiert werden kann.

Dennoch finde ich es absolut lächerlich, dass sich jetzt massenweise Burschen zusammen tun wollen und vorhaben eine Klage einzureichen. Ich bin der Meinung, dass der Test schon viel früher geändert worden wäre, wenn er schon seit Beginn uns Frauen leichter fallen würde.

Abgesehen davon bin ich über den Gedanken, im Oktober möglicherweise statt mit 700 dann mit 900-1000 Studenten in den ohnedies schon viel zu kleinen Hörseelen zu sitzen, nicht sehr erfreut.

Quotenfrau!!

Mit solchen Ansichten sind Sie, ob Sie es wollen oder nicht, immer eine Quotenfrau!

Antworten Gast: malleus
12.08.2012 14:30
0 0

Re: 900-1000 Erstsemester 2012!?! - bitte nicht!!

"Dass wir Frauen ... sich nicht über die genderspezifische Auswertung aufregen werden, ist wohl klar."

Wurde da auch Grammatik abgefragt?

Auflösung: wir regen UNS auf

Re: Re: 900-1000 Erstsemester 2012!?! - bitte nicht!!

Grammatik ist für Ärzte irrelevant. Man kann ihre Schrift sowieso nicht lesen ;).

sexistisch

In einigen Postings zum gleichen Thema hab ich mich über dumme, sexistische Postings aufgeregt. Aber genau so dumm ist die Vorgehensweise der Med-Uni. Denn das ist extremer Sexismus was hier gemacht wurde - und jede Frau muss sich an dieser Vorgehensweise stossen - Frau zu sein darf weder ein Nachteil noch Vorteil sein. Die einzige Möglichkeit, die die MedUni nun hat ist eine nachträgliche positive Bewertung jener Test von Männern, die nach den "weiblichen" Kriterien positiv gewesen wären - und es wird halt im nächsten Semester 900 Anfänger geben. Und da kann sich der Herr Schütz auf den Kopf stellen - denn jeder Kläger wird sicher vor Gericht gewinnen.

Fair und fairer

"Ab kommendem Jahr soll diese Problematik ausgeräumt sein: Die drei Med-Unis sind dabei, einen neuen, gemeinsamen Test zu erarbeiten – „fair“ gegenüber allen."

Interessant wäre es, wenn trotzdem mehr Männer als Frauen den neuen fairen Test bestehen würde...wird der Test dann solange "fair" gemacht, bis das nicht mehr der Fall ist?

Gast: Kain Versuchsobjekt
03.08.2012 21:40
6 0

Wien ist anders

In Graz ist man noch normal. Man wünscht sich gute Ärzte/eusen.

Re: Wien ist anders

Ärzteusen?

Es gibt das Wort Ärztinnen, wieso verwenden Sie das denn nicht?

Antworten Gast: wuwwu
04.08.2012 19:27
7 0

Re: Wien ist anders

Auch in Graz hat man in der Vergangenheit experimentiert. Wenn ich mich recht erinnere mit Fragen, die Mädchen besser können. Ich denke der Unterschied M/F ist viel größer als wir sehen können.
Gründe nach meiner Ansicht.
1) Männer sind um ein Jahr älter. Zivi beim Roten Kreuz könnte auch etwas bewirken
2)Männer haben öfter HTL
3)Mädchen bekommen öfter Noten geschenkt
4)Mädchen denken anders. Lernen mehr auswendig und denken weniger an Ursache/Wirkung.
Ich werde, wo es nur geht, mich von einem männlichen Arzt behandeln lassen.

Re: Re: Wien ist anders, Graz aber auch nicht viel besser !!

In Graz haben die Genderisten um den Rektor einen anderen Weg gewählt, um den ach so benachteiligten Damen den Weg ins seligmachende Medizinstudium zu erleichtern! Man hat einen Fragenblock zur "sozialen Kompetenz" eingefügt, allerdings mit dem unerwarteten "Erfolg", daß die Männer dabei noch besser abgeschnitten haben!! Die haben sich offensichtlich gefragt, was wollen die auf diese blöde Frage hören und entsprechend geantwortet!!

Männer denken eben doch anders und gerade für die Erfordernisse der Medizin zielgerichteter !

Frau Kollegin Gutierrez-Lobos

geruhten schon bei der Habil einen gewissen Fördergrad persönlich entgegen zu nehmen.
Ihr wissenschaftlicher Intellekt bildet sich dann in ganzen 19 papers ab.
Hiezu muss man aber schon die von höchster wissenschaftlicher Kompetenz strotzenden hinzuzählen, die in der "Wiener Klinische Wochenschrift" oder "Acta Med Austria" erschienen sind.
Für Interessierte: pubmed (Gutierrez-Lobos K[Author])
Die Frage ist jetzt - wie kommt eine Dame mit einer etwas fragwürdigen wissenschaftlichen Leistung an diese Position - Vizerektorin Univ.Prof. ?

Antworten Gast: l2
04.08.2012 08:40
8 0

Re: Frau Kollegin Gutierrez-Lobos

Die Antwort ist - wenig überraschend - über Korruption und Freunderlwirtschaft, so wie dies im Rot/Schwarzen Österreich nun einmal üblich ist.


Antworten Antworten Gast: MUWInsider
14.08.2012 16:38
2 0

Re: Re: Frau Kollegin Gutierrez-Lobos

Und die engste Bussi-Bussi-Freundin des Rektors... Wenn das nicht für ihre Qualifikation als Vizerektorin spricht?

Re: Re: Frau Kollegin Gutierrez-Lobos

Die Dame ist eben selbst der Prototyp einer Quotenfrau !!

Gast: hois666
03.08.2012 16:43
5 0

Neuer Test

Jetzt wird mit Hochdruck daran gearbeitet, wie man Männer benachteiligen kann und nicht angreifbar ist. Vielleicht mit Ernährungsfragen?
Das Bedenkliche ist aber, dass in CH und D die Mädchen besser sind.

Gast: geschockter Leser
03.08.2012 10:42
18 0

Unfassbar

Der Gendermainstream ist mittlerweile dermaßen entartet, dass mir die Worte fehlen für diesen Vorgang.

Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen: um Frauen besser darstehen zu lassen, werden Tests extra so ausgelegt, dass sie zugunsten der Frauen sind. Und das wird noch als Erfolg und Überlegenheit der Frauen gewertet.

Sowas widert mich an. Scheinbar leben wir nicht mehr in einer Demokratie sondern in einer Art DDR 2.0, wo alles gebogen wird, bis es ins System passt.

Das ganze hat mit Gleichberechtigung nichts mehr zu tun, es ist eine reine Bevorzugung von Frauen und eine gravierende Benachteiligung von Männern.

Antworten Gast: @geschockter Leser
03.08.2012 13:58
10 0

Re: Unfassbar

Ausserdem ist diese Männerdiskriminierung nur kurzfristig "erfolgreich" im Sinne ihrer Erfinderinnen.
Man schiesst sich dabei ins eigene Knie aus Gier nach Anerkennung und Einfluss.

Denn - denk mal nach:

Jetzt werden nur mehr die BESTEN Männer Mediziner, weil die eine gnadenlose Auswahl haben - Darwin in Reinkultur.
Ein durchschnittlicher Anwärter wird aussortiert.

Bei Frauen dagegen wird die Auswahl nach unten gesenkt, und der weibliche Schnitt dadurch - neben dem allgemein tieferen Niveau - nochmal gesenkt.

Daher stehen sich dann - im Studium und danach - die BESTEN Männer und Frauen gegenüber, die unter dem Durchschnitt der Gesamtheit sind (weil ja aus der Grundgesamtheit eine schlechtere AUswahl getroffen wurde).

Das dürfte die gequoteten Medizinerinnen dann auch nicht begeistern, weil sie später dann gegen die Eliten-auswahl der Männer antreten müssen...

Der "Wettbewerb" zwischen Männer und Frauen wurde in der Medizin daher nur auf die Zukunft verschoben.

Zu erwartende Folge: Männer müss(t)en dann - im "logischen" Denken des Feminats auch im Berufsleben konsequent lebenslang diskriminiert werden:

bei der Vergabe von Arbeitsplätzen (schon Realität);
bei der Bezahlung (20% geringerer Lohn für männliche Mediziner);
bei der Vergabe von Kassenverträgen (weibl. Medziner kriegen 20% mehr Kassenverträge);

usw,., usf.

Ich bin sicher - den Feministinnen fallen da noch viele grausliche Dinge ein...

Gast: Gästchen
03.08.2012 08:09
13 0

LOL

LOL wenn das dich Diskrimminierung vor dem Herren ist weiß ich auch nicht mehr. Das ist der Beste Beweis das Leistung heute rein gar nichts mehr zählt sondern nur noch die Lobby.

Re: LOL

Wie bitte?

Gast: Gasti
02.08.2012 21:46
14 0

Alle Diskriminierten sollten unbedingt den Klagsweg beschreiten!

Wenn es am Geld happert einfach ein Spendenkonto einrichten und publizieren. Es gibt bestimmt genug Maenner und Frauen, die gerne den einen oder anderen 100er springen lassen wuerden.

Viel Erfolg!

Wenn man den Mittelwert aller Schwachsinnigen errechnet und alle, die nicht unter diesem Nittelwert liegen, zum Medizinstudium zulässt, so hätten wir lauter schwachsinnige Medizinstudenten!


Gast: Be-obachter
02.08.2012 18:23
14 0

Solange es nicht um pure Körperkraft geht,

heisst es ja immer, dass Frauen alles können, was Männer auch können. Und darum müssen sie auch gleichviel verdienen.
Selbstverständlich stehe ich auf dem Standpunkt, dass gleicher Lohn bei gleicher Leistung sein muss.

Aber die Ergebnisse derart verfälscht werden, fühlt man sich gepflanzt.

das

einzig gute ander Sache ist, wenn man sich die Kommentare bei anderen Zeitungen (z.B Standard) durch liest, dass die Männerwelt mehrheitlich munter wird, was die Ziele der Genderfaschisten betrifft.

Der Widerstand wird weiter wachsen und wenn dann werden hoffentlich die Steuergelder für diese vaginalrissigen (Hirn nicht Vorhanden) Vereine zur Förderung von Frauen eingestellt und der Spuk wird schnell vorbei sein.

Naturwissenschaftliche Fächer

Vielleicht sollte man beim Test einfach die naturwissenschaftlichen Fragen streichen. Stattdessen könnte man ja Garn und Stricknadeln austeilen. Da würden die Frauen von Haus aus besser abschneiden und man müsste kein gendergerechtes Bewertungssystem einführen!

Re: Naturwissenschaftliche Fächer

Ohne das System verteidigen zu wollen: es gibt keine naturwissenschaftliche Fragen.

 
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