Rote Revolution in Baku.

11.03.2011 18:41 |  Oliver Grimm

Das Regime von Präsident Ilham Aliew knüppelt Studentendemos nieder. Die EU sollte sich rasch etwas einfallen lassen, um die Demokratiebewegung in...

Während alle Augen auf die Katastrophen in Japan und Libyen gerichtet sind, beginnt in Aserbaidschan die nächste Revolution.

43 Demonstranten nahm die Polizei in Baku am Freitag fest, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. 23 davon wurden nach Verhören freigelassen. Rund 35.000 Einladungen zur Teilnahme am "Großen Volkstag" hatten die meist jugendlichen Oppositionsaktivisten per Facebook und Twitter verschickt. Die Demonstranten tragen rote T-Shirts, so, wie die Gegner des Regimes im Iran grün tragen und die ukrainische Demokratiebewegung vor einigen Jahren orange. "Wir werden weitere Proteste zu halten versuchen", sagte ein junger Mann zu Reuters, bevor ihn Bereitschaftspolizisten in einen Arrestbus zerrten. Heute, Samstag, will die Hauptoppositionspartei Musavat eine Großdemo in Baku abhalten.

Das Regime war vorbereitet. Sicherheitskräfte vor den Universitäten und bei den wichtigsten U-Bahnstationen, Warnungen an Studenten, sie würden von der Uni fliegen, wenn sie am Freitag Vorlesungen verpassen, weil sie demonstrieren waren: Das kennt man vom weißrussischen Diktator Alexander Lukaschenko. In den letzten Tagen hat es die Benutzung von Facebook und Twitter im Land sabotiert, einige Aktivisten vorsorglich ins Gefängnis gesteckt und die Menschenrechtsorganisation "The Human Rights House" verboten. Ich wüsste nicht, wieso. Das ist eine anständige Organisation, die sich nichts zu Schulden kommen lässt.

Und was sagt die EU? Lesen Sie selbst. Fürs Erste kann die Union wohl wenig mehr machen. Die Kabinette von Kommissionpräsident José Manuel Barroso und EU-Außenbeauftragter Catherine Ashton sollten sich aber rasch überlegen, wie sie verhindern, dass in Baku das passiert, was in Minsk bereits passiert ist.

1 Kommentare

Was ist in Minsk passiert

Blenden wir zurück zum 19.12.2010
Präsidentenwahl in Belarus.
Kein einziger Wahlbeobachter hat Wahlbetrug feststellen können. Von großen Interesse ist, dass die von der EU entsannten Beobachter Fälschungen bei der Stimmenauszählung gesehen haben sollen.
Dies bereits um 19:00 Uhr, da begann bereits die Revolte mit den Sturm auf das Regierungsgebäude.
Da gibt es jedoch großen Erklärungsbedarf.
Wie konnte man um 19:00 Uhr bereits Auszählungsfälschungen feststellen, wenn die Wahllokale erst um 20:00 Uhr geschlossen wurden, somit mit der Stimmenauszählung noch gar nicht begonnen werden konnte.
Warum hat man das Angebot seitens Belarus nicht angenommen die Stimmenauszählung unter Beisein der Beobachter in der Hauptwahlbehörde zu wiederholen ??
Die Antwort liegt klar auf der Hand.
Die USA und in blinder Gefolgschaft die EU hatten vor, ein demokratisches Wahlergebniss das zu Gunsten des Kandidaten Lukaschenko ausgehen sollte, mit allen Mitteln zum Fall zu bringen.
Umfragen die tagsüber durchgeführt wurden haben bestätigt was vorauszusehen war, dass Lukaschenko mit großer Mehrheit wiedergewählt werden wird.
Man wollte das Wahlergebnis nicht anerkennen und plante einen Umsturz in Belarus.
Das dies nicht gelang ist den Organen der Staatssicherheit zu verdanken.
Dies ohne Wasserwerfer un Tränengas wie in EU-Staaten üblich.

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