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Fall Bakary J.: Disziplinar-Kommission entlässt zwei Beamte

08.01.2010 | 11:44 |   (DiePresse.com)

Im April 2006 haben vier Polizisten den Afrikaner Bakary J. misshandelt. Nun sind zwei rechtskräftig entlassen worden. Einer muss die finanzielle Höchststrafe zahlen, ein anderer ist bereits pensioniert.

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Im Fall jener vier Polizisten, die im April 2006 den Schubhäftling Bakary J. misshandelt haben, gibt es nun eine rechtskräftige Entscheidung der Disziplinar-Oberkommission im Bundeskanzleramt: Zwei Polizisten wurden entlassen, einer enthielt die finanzielle Höchststrafe von fünf Monatsbezügen und macht nur mehr Innendienst, ein weiterer inzwischen pensionierter Beamter muss den Verlust aller aus dem Dienstverhältnis stammenden Rechte und Ansprüche hinnehmen. Alle vier sind oder waren Mitglieder der Sondereinheit Wega.

Frist für Berufung abgelaufen

Alle vier Betroffenen hätten noch Berufung beim Verwaltungsgerichtshof gegen die Entscheidung der Disziplinar-Oberkommission vom 20. November 2009 einlegen können. Die Frist dafür betrug sechs Wochen, die nun abgelaufen sind, so eine Sprecherin der Wiener Polizei-Pressestelle.

Der Fall Bakary J.
Am 7. April 2006 um 5 Uhr früh wird Bakary J. aus Gambia von Beamten der Fremdenpolizei geweckt und zum Flughafen gefahren, kann allerdings nicht abgeschoben werden. Stunden später sitzt er wieder in Schubhaft. Dazwischen wird er von Polizisten der Spezialeinheit Wega in einer Lagerhalle, die für Trainingszwecke genutzt wird, schwer misshandelt.

Strafrechtlich waren die Polizisten wegen Quälens eines Gefangenen zu bedingten Haftstrafen zwischen sechs und acht Monaten verurteilt worden.

Sie hatten dem Gambier nach einer nicht durchgeführten Abschiebung umfangreiche Frakturen von Jochbein, Kiefer und Augenhöhle zugefügt. In dienstrechtlicher Hinsicht sprach sich der Disziplinaranwalt deshalb für ihre Entlassung aus dem Polizeidienst aus, fand mit dieser Forderung bei den Disziplinarbehörden aber kein Gehör.

Geldstrafen reduziert, Bescheid aufgehoben

Die beim Bundeskanzleramt eingerichtete Disziplinar-Oberkommission reduzierte vielmehr in zweiter Instanz sogar bei drei Beamten die ursprünglich verhängten Geldstrafen. Ihre Suspendierung war zu diesem Zeitpunkt bereits aufgehoben, die Gesetzeshüter verrichteten zuletzt wieder Innendienst.

Der VwGH hob den Bescheid der Disziplinar-Oberkommission allerdings wegen "Rechtswidrigkeit seines Inhalts" auf, womit einer Berufung des Disziplinaranwalts stattgegeben wurde (mehr ...). Derzufolge war die polizeiinterne Bestrafung der Beamten zu milde. So musste sich die Disziplinar-Oberkommission neuerlich mit dem Fall beschäftigen.

"Einzig sinnvolle Reaktion"

Der Wiener Landespolizeikommandant Karl Mahrer bezeichnete die Entscheidung als "klares und wichtiges Signal, dass Übergriffe in der Polizei keine Chance haben". Damit würde Tausenden Beamten der Rücken gestärkt, die täglich ihr Leben riskieren.

Josef Phillip Bischof, der Anwalt von Bakary J., nannte die Entscheidung die "einzig sinnvolle Reaktion des Rechtsstaates auf folternde Beamte". Die Grüne  Menschenrechtssprecherin Alev Korun hofft nach dem Entscheid auf ein "Umdenken auch innerhalb der Polizei: Polizisten, die foltern, sollen keine interne Deckung mehr erhalten".

Laut Heinz Patzelt, Generalsekretär von Amnesty International Österreich, habe Bakary J. bisher keinerlei Schmerzensgeld, Rehabilitation oder Schadenersatz angeboten bekommen. "Ich halte es für zynisch, dem Folteropfer zu sagen, dass er sein Schmerzensgeld bei Gericht einklagen soll, als ob er bei einem Verkehrsunfall mit unklarer Verschuldenslage verletzt worden sei."

(APA)

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128 Kommentare
 
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Gast: Patriot
13.01.2010 12:12
1 0

Zuständigkeit

Das Innenministerium sollte sich für seine Beamten einfach entschuldigen und aktive Schadensgutmachung betreiben . Das gebietet schon der Anstand , gell ?

curcuma
11.01.2010 23:31
0 0

er lebt noch hier!

ein krimineller darf weiter seinen geschäften nachgehen - ist der rechtsstaat auf einem auge blind?

Gast: Tiger-Ente
11.01.2010 20:06
1 0

Der wirkliche Skandal

ist in meinen Augen, dass Bakary J. noch immer in Österreich ist.

Antworten Gast: Ösi
11.01.2010 22:58
1 4

Re: Der wirkliche Skandal

Als österreichischer Jagdscheininhaber finde ich es einen Skandal, dass eine Tiger-Ente sich in Mitteleuropa ausserhalb von Tierparks aufhält. Gemäß östererichischem Jagdgesetz fällt die Tigerente nicht unter die geschützten Tierarten. Als Fremdling ist diese Art aus dem Biotop zu entfernen, weil es ein Neozoe ist. Schubhaft, Abschiebung etc ist im Jagdgesetz nicht zu finden. Da gibt es nur BUMM!!! BUMM!!
Aber Tigerente ist sich der Unrechtmäßigkeit ihtrer physichen Existenz in Mitteleuropa sicher bewusst!!
PS: eh nur Scherz!! Tiger-Ente als Rechts-blabla Strachesklave erkannt!!

Kantig
10.01.2010 13:22
1 0

Es wäre kein Thema, hätten Beamten jenes Quentchen Hirm mehr, das fehlt, um persönliches vom Job trennen zu können.

Wenn eine Gruppe aktiver Beamter auf Personen einschlagen, tun sie es in unser aller Auftrag.

So gesehen bin ich über das Durchgreifen froh, weil die Prügel machen einen Dealer nur berühmt.

Der Korpsgeist beim Durchsetzen von Recht ist in Ordnung, beim Decken von Unrecht wird es zur strafbaren Handlung.

Es ist wie Korruption - nicht verfolgt durch sofortige Anzeige verpflichtet zum Mitmachen.

Was in der Bevölkerung den Verdacht erhärtet - alle sind korrupt.


Gast: Blackangel
10.01.2010 03:35
2 1

so ist es auch nicht

Ein Drogendealer darf jetzt ungestraft hier weiter machen?
Das ist ja auch eine Frechhheit, der gehört sofort abgeschoben.
Zum Thema Polizei sollte wahrheitshalber auch etwas geschrieben werden.
Die Arbeitsverhältnisse bei den kleinen Beamten werden immer mieser, was in der Chefetage kein Schwein interessiert.
Ich bin nicht einverstanden, wenn ein Häftling so zugerichtet wird, aber eines muss gesagt werden.
So schlecht wie es gerade in Wien den kleinen Beamten geht, geht es in ganz Europa keinen Polizisten. Überstunden, miese Vorgesetzte, mediengeile unfähige Polizeispitzen. Mobbing und Burn Out wird unter den Tisch gekehrt.
Wer das abstreitet hat keine Ahnung oder ist ein Lügner.

Antworten Gast: jou
10.01.2010 11:28
0 0

Re: so ist es auch nicht

Sie haben natürlich Recht. Habe unlängst einen Artikel über einen ausgerasteten Marokkaner gelesen der ein Polizeiauto demoliert hat (vor den Augen der Polizisten, die zugeschaut haben!!!), Nach der Anzeige (na bum) sprach der Sataatsanwalt den Mann wegen "berechtigter Empörung" frei...aber hallo? Durch solche Deliriantenentscheidungen staut sich da langsam aber sicher was auf...was wäre denn dem Komiker bei ihm zu Hause passiert?Immerhin wurde hier Staatseigentum zerstört und die Beamten schauen nur mehr zu... warum wohl? Habe langsam das Gefühl (wieder einmal) in einem besetzten Land zu leben.

Der Fall Bakary

Über den Fall Bakary hat ERSTAUNLICH schon vor längerer Zeit berichtet.

http://www.erstaunlich.at/index.php?option=com_content&view=article&id=59:verpruegel-polizei&catid=1:erstaunliches

Es war von den Polizeiverantwortlichen weise, die Prügelpolizisten an die frische Luft zu setzen. Diese haben dem Ansehen der Polizei immens geschadet. Überhaupt nach dem erstaunlichen Gerichtsurteil, wo eine unverständliche Gnade vor Recht erging.

Allerdings stellt sich eine Frage: Warum ist Bakary eigentlich noch immer in Österreich?

Gast: Sam
09.01.2010 18:42
2 0

Arme Polizei

Nigerianer prügelt Polizisten bei Ruhestörungs-Amtshandlung

02.01.2010 | 17:54 | (DiePresse.com)

Wegen zu lauter Musik rückte eine Funkstreife in Wien aus. Anstatt zu kooperieren wurde die Musik noch lauter gedreht, ein Partygast attackierte die Beamten, die Zuseher beschimpften und bespritzten die Polizisten.

Warum waren hier Kommentare unerwünscht?

0 0

Re: Arme Polizei - harter Job!

Sollen jetzt alle Österreicher abgeschoben werden?

Schneeschaufler tragen das Risikio auszurutschen - aber was hat das damit zu tun, daß Schneeschaufler mit ihren Schaufeln Passanten verprügelnd, das dürfen?

Antworten Gast: plebs potus
10.01.2010 09:08
0 3

Re: Arme Polizei

und was hat das mit diesem Fall hier zu tun? Wieviele Österreichische Ruhestörer motzen die Polizei an, wenn die die Party abdreht? Fast alle.

Nur, ein Nigerianer, der einen Polizisten umbringt, das gabs hierzulande noch nicht, umgekehrt mehrfach geschehen.

Aber so ist das mit populistischer Argumentation, man blendet die Leute mit Rosinen, um die Felsen zu verstecken...

Gast: Ösi
09.01.2010 17:43
1 1

Keine Freiheitsstrafe für Folterbande

Ein schönes Zeichen österreichischer Rechtskultur, dass in aller Welt Anerkennung finden wird. Wenn sich 4 Polizisten zusammenfinden und einen wehlosen, an Händen und Füssen gefesselten auf ihren WEGA-Spielplatz verschleppen und ihn dort gemeinsm so Foltern, dass sogar der österreichische Staat dies nicht mehr abstreiten kann, dann gibt es nicht einmal lange Freiheitsstrafen!! Aber bei den österreichischen Naziverbrechern hat man ja auch solche Urteile gesprochen. Der typische österreichische Charakter!!!

Antworten Kantig
10.01.2010 13:28
0 0

Re: Ich verwahre mich, mit korrupten Beamten in eine Ösisuppe geworfen zu werden!

Bin selber und mit wachsend Vielen gegen diese korrupte Beamtenschaft.

2 1

Wirksamkeit der Strafen

die Strafen gegen die Polizeibeamten sollten eine Woche nach der erfolgten Abschiebung von Bakary J. wirksam werden, also eine Woche nachdem er außer Landes ist. Das würde den verurteilten Beamten zeigen, dass sie zwar einen Fehler gemacht haben, aber die Welt in der sie leben nicht völlig ungerecht ist.

Antworten Gast: Tiger-Ente
11.01.2010 20:09
0 0

Re: Wirksamkeit der Strafen

Gute Idee!

Gast: gudrun
09.01.2010 16:05
3 0

einseitig

die presse mögen auch einmal auflisten über schweren verletzungen von polizisten die im zuge von amtshandlungen ihnen von den sogenannten asylsuchenden zugefügt wurden. und wieviel leid sie durch ihren rauschgifthandel über tausenden von familien gebracht haben. da schweigt die presse. kein ruhmesblatt.

Gast: Moment mal
09.01.2010 14:09
5 0

Am Ausländerauge blind???

Die Beamten, die nach der Vereiteiung einer rechtmäßig entschiedenen Abschiebung die Nerven weggeschmissen haben, werden mit äußerster Härte, bis zur Existenzvernichtung bestraft.

Das ist die eine Seite.

Ein rechtskräftig vorbestrafter und durch alle Intanzen zur Anschiebung reifer Drogendealer stolziert weiterhin ungestört und von einschlägigen Medien bejubelt durch die Landschaft.

Das ist die andere Seite.

Wieder einmal (sieh Arigona und Tausende andere Fälle) ist der hochgelobte österreichische Rechtsstaat auf den Ausländerauge blind.

Leben wir noch immer oder schon wieder in einer fremden Besatzungszone?

Antworten Gast: Youngster
09.01.2010 14:53
1 0

Re: Am Ausländerauge blind???

Wir leben im Krieg aber noch ist er nicht heiß geworden.

Antworten Gast: Zahlemann & Söhne
09.01.2010 14:50
1 0

"äußerster Härte, bis zur Existenzvernichtung bestraft" ???


Kannst du nicht lesen ?

Folter und Scheinhinrichtungen werden kaum derart mild bestraft wie in diesem Fall.


Antworten Antworten Gast: Alles relativ
11.01.2010 07:00
0 0

Ein krimineller Migrant

der vergleichbare Verletzungen einem unbescholtenen Inländer zufügt, bekommt (wenn das Verfahren nicht ohnehin wegen Geringfügigkeit oder sonst wie versickert, nach dem Motto "Regens Ihnen net auf wegen de paar Watschn") bestenfalls eine bedingte Strafe (um seine Integration nicht zu gefährden).

Ist eben alles relativ.

Der Abzuschiebende ...

... gegen den ja offensichtlich ein rechtsgültiger Abschiebebefehl existierte, lebt immer noch in Österreich.
Wenn Gesetze nur gegen unsere Polizei angewandt wird, pfeif ich auf den Rechtsstaat.
Und zum sogenannten Qualitätsjournalismus: Wenn ich mir eine derartige Information aus der Kronen Zeitung holen muss, dann brauchen sich die STANDARD und PRESSE - Leser nicht über die KRONE mokieren.

Gast: Ösi
09.01.2010 12:04
1 1

Schön selber zahlen!

Das Schmerzensgeld, den Schadenersatz und sämtliche andere Kosten, die aus diesem Fall entstehen sollen aber jetzt bitte die Verursacher und ihre Komplizen selber zahlen. Die Polizei und die Beamtenschaft verdienen fett genug um eine ordentliche Zahlung selber aufzutreiben. Da sollen sich diese Asozialen nicht wieder an den Steuerzahler wenden, der die ganze Folterkacke der Exekutive bezahlen soll!

Antworten Gast: Zahler
09.01.2010 13:52
3 0

Re: Schön selber zahlen!

Leider muss der Steuerzahler die ganze Abschiebekacke und den ganzen sonstigen Aufwand für die Verbrechens-Bekämpfungskacke ja auch immer bezahlen. Alles verkackt!

Antworten Gast: Blahowetz
09.01.2010 12:55
2 0

Als Hartz-IV-Flüchtling sondern Sie aber auch viel Gacke ab, lieber Ösi.

Gefällt es Ihnen in D nicht mehr?

Antworten Antworten Gast: Ösi
09.01.2010 17:34
0 0

Re: Lieblingslokus Österreich

Und mein Lieblingslokus ist ihr Heimatland. Und da fällt ein bisschen mehr braune Substanz ja auch gar nicht auf!

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Die Gerechtigkeit hat gesiegt

spät aber doch, die vorherigen Strafen waren ein Witz !!!

Solche "Polizisten" brauchen wir nicht.

Jeder Mitbürger der diese Strafe zu hart findet, kann gerne in Länder auswandern wo Beamte aus Prinzip immer davonkommen !

 
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