Zwei Männer bei Wiener Donauinsel ertrunken

Ein Schwede, der das "Rock in Vienna"-Festival besucht hatte, und ein somalischer Asylwerber sind am Sonntag in Wien ertrunken.

Das ''Rock in Vienna''-Festival auf der Donauinsel
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Das ''Rock in Vienna''-Festival auf der Donauinsel
Das ''Rock in Vienna''-Festival auf der Donauinsel – (c) APA/HERBERT P. OCZERET

Bei zwei Badeunfällen auf der Wiener Donauinsel sind in der Nacht auf Montag ein Tourist aus Schweden und ein Asylwerber aus Somalia ums Leben gekommen. Der 47-jährige Schwede hatte das Festival "Rock in Vienna" besucht und begab sich danach direkt vom Konzertgelände ins Wasser, wo er unterging. Der 19-jährige Somalier fiel laut seinen Begleitern in die Neue Donau. Beide starben im Krankenhaus.

Die Einsatzkräfte wurden am Sonntag zunächst um 20.30 Uhr zur Brigittenauer Brücke nach Floridsdorf gerufen, wo der 19-Jährige untergegangen war. Laut zwei Freunden stürzte er aus ungeklärter Ursache ins Wasser und tauchte nicht mehr auf. Feuerwehr-Taucher und Einsatzkräfte der Wiener Berufsrettung suchten nach dem jungen Mann.

Der Somalier wurde gegen 21.45 Uhr bei der Brigittenauer Brücke leblos in der Neuen Donau entdeckt und geborgen. Er wurde von Tauchern geborgen und unter Reanimation ins Spital gebracht. Dort starb der 19-Jährige in der Nacht auf Montag. Die Polizei schloss Fremdverschulden aus, Alkohol dürfte nicht im Spiel gewesen sein.

Polizisten sprangen "in voller Montur" ins Wasser

Um 23.30 Uhr wurden Polizisten am nahegelegenen Festivalgelände des "Rock in Vienna" von einer schwedischen Touristin angesprochen, deren Freund beim Baden untergegangen war. Die vier Beamten der Einsatzeinheit sprangen "in voller Montur inklusive Funkgeräte ins Wasser", berichtete Polizeisprecher Patrick Maierhofer. Der leblose 47-Jährige wurde "unter sehr schwierigen Umständen" geborgen und an Land gebracht. Die Polizisten begannen mit der Reanimation, der Rettungsdienst setzte laut Polizei viermal den Defibrillator ein. Der Schwede verstarb aber schließlich im Krankenhaus.

Das schwedische Paar war nach dem letzten Konzert bei der Schnellbahnbrücke auf der Donauinsel ins Wasser gegangen. Der 47-jährige ging plötzlich unter, seine Freundin konnte ihn nicht mehr hochziehen. Nach ihren Angaben hatten die beiden bei dem Festival Alkohol getrunken - wie viel, ist aber noch unklar.

Der Veranstalter zeigte sich betroffen von dem Unfall des Schweden. "Unsere Gedanken und unser Mitgefühl gelten den Angehörigen und all seinen Freunden", teilte die Blue Moon Entertainment Gmbh am Montag in einer Aussendung mit.

Jährlich ertrinken in Österreicher mindestens 30 Personen

In Österreich sind in den vergangenen drei Jahren insgesamt 114 Menschen ertrunken, jährlich waren es mindestens 30. Im Vorjahr starben nach vorläufigen Zahlen 31 Personen an den Folgen eines Ertrinkungsunfalles, hieß es vom Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) am Montag. In den meisten Fällen sind Unachtsamkeit und Selbstüberschätzung die Unfallursachen.

Neben Erwachsenen sind laut KFV Kleinkinder unter fünf Jahren besonders gefährdet. Ertrinken ist in dieser Altersgruppe die zweithäufigste Todesursache nach Verkehrsunfällen. "Kleinkinder können ihren Kopf noch nicht selbstständig aus dem Wasser ziehen. Sie sollten nie unbeaufsichtigt in der Nähe von Gewässern, Pools oder Bädern sein. Oft genügen nur wenige Minuten Ablenkung der Aufsichtspersonen, die für die Kleinen fatale Folgen haben können", warnte KFV-Direktor Othmar Thann.

Wichtig sei, dass Wasserspielzeuge wie aufblasbare Tiere, Schwimmreifen und Luftmatratzen keine Schwimmhilfen sind - sie schützen nicht vor dem Ertrinken. Aufblasbares Spielzeug kann ein Durch- oder Abrutschen von Kleinkindern nicht verhindern und vermittelt fälschlicherweise den Eindruck von Sicherheit, so das KFV. Pools und Biotope stellen demnach eine besondere Gefahr dar. Jetzt sei die beste Zeit, Sicherheitsvorkehrungen für Gartenpools zu treffen.

(APA)

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