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Anonymous veröffentlicht Daten von 25.000 Polizisten

26.09.2011 | 16:14 |  von Daniel Breuss und Erich Kocina (DiePresse.com)

Die Personen sind mit vollem Namen, Geburtsdatum und Wohnadresse angeführt. Die Daten stammen von einem Verein im Polizeiumfeld. Jetzt muss geklärt werden, wie die Gruppe an die Informationen kam.

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Die Hacker von Anonymous Austria haben wieder zugeschlagen. Am Montagvormittag stellten sie eine Datenbank mit 24.938 Einträgen online – die Namen, Adressen und Geburtsdaten von Polizisten, darunter auch prominente Namen wie den Wiener Landespolizeikommandanten Karl Mahrer und Peter Gridling, Leiter des Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (BVT). Sensible Daten, denn auch wenn mancher Mitarbeiter ohnehin im Telefonbuch zu finden ist, kann es für so manchen Ermittler, etwa im BVT, problematisch sein, auf diese Art quasi enttarnt zu werden.

Viel problematischer als die Veröffentlichung an sich ist allerdings die Frage, wie die Gruppe an den Datensatz gelangen konnte – ob die Hacker womöglich in einen Rechner des Innenministeriums eingedrungen sein könnten. Um die Mittagszeit kam aus dem Ministerium allerdings die erste Entwarnung – die Datensätze stammen nicht aus dem BMI, sondern „von einem polizeinahen Verein“, so eine Sprecherin. Und, eher untypisch für das bisherige Agieren von AnonAustria, hat es sich nicht um einen Hackerangriff gehandelt, sondern um die Weitergabe von Daten. Das Innenministerium hat bereits eine Anzeige bei der Staatsanwaltschaft Wien eingebracht – ob gegen eine bestimmte Person oder anonyme Täter, wollte man allerdings nicht bekannt geben.

„Nichts zu verbergen, oder?“

Warum die Gruppe die Daten von Polizisten veröffentlicht, begründen sie auf ihrem Twitter-Account unter anderem mit Verweis auf die Vorratsdatenspeicherung – sie erlaubt ab April 2011 das Speichern sämtlicher Daten von Internet- und Telefonkommunikation für sechs Monate und den Zugriff darauf für Staatsanwaltschaft und Fahnder. Hämischer Kommentar der Hacker: „Es hat doch niemand was zu verbergen, oder?“

Als Quelle der Daten geriet bald die Österreich-Sektion der International Police Association (IPA) in Verdacht, die größte Vereinigung an Polizisten, Zöllnern und Justizwachebeamten des Landes. Nach einer Anfrage aus dem BMI durchleuchtete der Verein schon in den Morgenstunden seine Datenbank, um auf eventuelle Lücken zu stoßen. Am Nachmittag erklärt schließlich ein Informant aus dem Umfeld der IPA, dass die Daten mit Sicherheit aus ihrer Datenbank stammen. Aber auch, dass man zu 100 Prozent ausschließen könne, dass es sich um einen Hackerangriff gehandelt hat.

Sympathisant gab Daten weiter

Man vermute, dass ein Anonymous-Sympathisant innerhalb der IPA die Daten weitergegeben hat. Die Suche nach dem Verantwortlichen – auf die Datenbank hätten nur rund 20 Personen Zugriff – ist im Laufen. Die Online-Mitgliederverwaltung wird allerdings über einen externen Anbieter betrieben.

Wie aktuell der veröffentlichte Datensatz ist, muss noch geklärt werden. Unter den 24.938 Personen sind auch zahlreiche Ex-Polizisten, die längst nicht mehr im Dienst sind. Ungeachtet dessen habe man, so das Innenministerium, alle Betroffenen informiert. Auf Anhieb dürfte man aber nicht alle erreicht haben. So zeigt sich etwa ÖVP-Sicherheitssprecher Günter Kössl auf „Presse“-Anfrage überrascht, dass auch sein Name auf der Liste zu finden ist. "Mich trifft das aber weniger", sagt er. Die veröffentlichten Daten seien auch über seine Website aufrufbar. "Als Abgeordneter steht man sowieso im Schaufenster", ergänzt Kössl.

Daten werden nicht offline genommen

Unklar ist, warum die Daten immer noch online sind. Der Betreiber Pastehtml, bei dem Anonymous die Datenbank hochgeladen hat, bietet über seine Startseite eine Beschwerdemöglichkeit. Gelöscht werden müsste aber nicht der von den Hackern veröffentlichte Link, sondern eine weitere Seite bei Pastehtml, in der die Informationen als Rohdaten liegen. Sowohl das Innenministerium als auch die IPA hätten bereits mehrere Stunden Zeit gehabt, eine Löschung beantragen zu können. Allerdings könnte die Truppe von AnonAustria die Daten dann einfach noch einmal hochladen oder einen anderen Anbieter nutzen.

Angriffe auf Parteien und GIS

Im Vergleich zu den bisherigen Auftritten von Anonymous in Österreich ist der aktuelle Fall eher untypisch. Schließlich geben die Hacker selbst zu, dass sie die Daten nicht von einem Computer gestohlen haben, sondern sie ihnen zugespielt wurden. Auf der anderen Seite hat die Gruppe Mitte Juli bereits einmal Daten von Mitarbeitern der Polizei oder des Innenministeriums offengelegt – sogar inklusive Kontodaten, wenngleich die letzten drei Stellen der Kontonummern unkenntlich gemacht wurden. An die Daten war man über einen Server der ORF-Gebührenstelle GIS gekommen. Zuvor hatte die Gruppe bereits die Webseiten von SPÖ, FPÖ und den Grünen gehackt.
Erst vor wenigen Tagen gab die Staatsanwaltschaft Wien bekannt, dass der Verfassungsschutz wegen dieser Angriffe mittlerweile konkret gegen einzelne Personen ermittelt. Die Hacker reagierten mit Spott auf die Meldung Anonymous selbst versteht sich als loses Netzwerk ohne hierarchische Strukturen.

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320 Kommentare
 
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Gast: Sandman
17.10.2011 09:28
0 0

FAIL

"Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (BVT)" Es gibt hier keine Ämter, die sind alle "ILLEGAL". Deshalb mussten sich das Arbeitsamt und Sozialamt auch umbenennen. Verbrecher sind das. Loev and Peace! <3

Gast: Gerhard
30.09.2011 13:50
0 3

ELGA versus e-card

Die Datenschützer haben es ja bei Einführung der e-Card erfolgreich verhindert, dass Patientendaten im Sinne von Befunden, Krankengeschichten, Medikamentationen etc. auf der e-Card gespeichert werden. Da hätte man alle Daten immer bei sich, ausser sinnvoller "Notfalldaten (Blutgruppe, Allergieen etc), die jeder Arzt mit einem Spezial-PIN abfragen können sollte, könnte man darüberhinausgehende Daten (so man einer Speicherung überhaupt zugestimmt hat) mit (auch mehreren) Passwörtern, die nur der Patient kennt und so die Dateneinsicht ohne sein Einverständnis unmöglich wird, sichern.

Aber nein, das wollten die Datenschützer nicht, Medienkampagnen im Boulevard halfen da kräftig als "Verhinderer" mit.

Dass ELGA problemastischer ist, zeigen die jüngsten diversen "Datenklauaffären" weltweit.
Darüberhinaus wäre es natürlich technisch auch wesentlich einfacher für einen Arzt, offline via Chipcardreader zu (im Notfall dringend erforderlichen) Daten zu kommen, als eine aufrechte Internetverbindung haben zu müssen.

Jaja, die Datenschützer haben so lange sinnvolle Lösungen verhindert, bis unsicherere Alternativen realisiert werden.

Gratuliere!

Gast: Ironymus
30.09.2011 12:45
0 0

jeder Betriebsarzt

wird beim Einstellungsgespräch Ihre pers. Daten dann an dem potentiellen Dienstgeber durchbesprochen haben ......

petarius
30.09.2011 11:01
1 0

Datenschutz muss Vorrang haben!

" Aber ohne E-Card des Patienten bleibe ihm der Zutritt in die zentralen Server verwehrt."

Auch Chipkarten sind fälschbar!

petarius
30.09.2011 10:55
0 0

Elga, das Ärzte-Krankenhaus-Apotheken FACEBOOK

Ich sage Nein zu Elga,
weil es Nie den Datenschutz leisten könnte und
weil es dem Arztgeheimnis widerspricht und es zunichte macht. Ein Patient muss Vertrauen haben, dass seine Gesundheitsdaten NUR zwischen seinem Arzt und ihm selbst ausgetauscht werden. Ein Arzt hat kein Recht auf Behandlungsinformationen von Patienten eines anderen Arztes, wenn der Patient dies nicht von selbst bekannt gibt.

Gast: Nein.
30.09.2011 10:08
0 0

Nein

Nein durch Datendiebstahl kommt es nicht zu gläsernen Patienten. Durch Datendiebstahl kommt an's Licht, wie gäsern die Patienten schon (lange und mindenstens) sind!

Gast: Markus Trullus
30.09.2011 07:54
0 1

wie läuft's????

Leute, schaltet den PC aus. Die IP Nr verrät euch, sobald ihr im Web seit. Jede Bewegung wird festgehalten und gespeichert (EU Gesetz gegen den Terror). Jeds Mail. Von Twitter und Facebook mal abgesehen, selbst abgesicherte Intranets uber VPN sind alle geknackt; Da liest der Fernöstliche Mitbewerb alles und jedes mit. Keine Patente im Status Nascendi ins Mail, auch nicht ins Hauseigene!....usw
Es sollen schon Leute aus Furcht gestorben sein.....

Antworten petarius
30.09.2011 10:59
0 0

Re: wie läuft's????

sagt ein Verfechter der Verschärfung von Anti-Terror-Gesetzen und Abschaffung von Menschenrechten.

Gast: Markus Trullus
30.09.2011 07:47
1 2

Schlechte Erfahrungen gemacht

Es gibt drei höchst interessierte staatliche und halbstaatliche Stellen, die den gläsernen Menschen "wollen".
Sozialversicherung sowieso, Finanzamt und Innenministerium bei Gefahr im Verzug (welche Gefahr??)
Bei einer Regimeänderung (gabs in der Geschichte dieses Staates ja einige) sollte man sich vor Augen führen, was eine Diktatur mit diesen Daten machen würde, und wie vertrottelt dann der Bürger dastehen würde (20% schon mal "präventiv" ab ins Lager...)
Alles erlebt, nur die Jungen wollen aus der Geschichte nix lernen..... "And the terror of goverments must gon on....."

Antworten petarius
30.09.2011 11:08
0 0

Re: Schlechte Erfahrungen gemacht

Ein moderner Polizeistaat in demokratischem Gewand wäre jedenfalls nicht für jeden Bürger zu durchschauen.

Ein kritischer und gesunder Menschenverstand ist daher immer wichtig.
Demokratie ist nicht selbstverständig.

Gast: Hat
29.09.2011 22:26
0 0

sich schon

jemals wer gefragt, ob nicht gar vielleicht das Innenministerium hinter Anonymus steckt?

Gast: gert96
29.09.2011 21:13
2 0

doch es gibt eien garantie

"Ein gewisses Restrisiko kann allerdings auch Schörghofer nicht von der Hand weisen: „Garantien“, sagt er, „gibt es leider nirgendwo.“"

wenn es keine datenbank gibt, dann kann auch keiner in dieser nicht vorhandenen datenbank daten illegal auslesen

Gast: FightForAnonymous
28.09.2011 14:34
10 0

Anonymous macht was und redet nicht nur!!!!

anonymous sollte nicht so abfällig als "hacker" abgestempelt werden....sie sind menschen die für unsere rechte kämpfen OHNE gewalt.
ICH finde es gut was sie machen.

Gast: Ösi
28.09.2011 12:07
2 5

Also bitte! In Österreich schützt die Polizei die Bürger!

Und deswegen braucht sich auch keiner zu fürchten.
Auch die Polizisten nicht. Denn die schützt ja auch die polizei.
Die müssen halt nur ein bisserl mehr Vertrauen in sich selber haben!

so long!
Ösenpower


Gast: Adlerauge
28.09.2011 11:08
2 1

Nicht nur Essen holen.....

auch mal schnell zum Mittagessen nach Hause mit dem Dienstwagen, der Treibstoff kostet ja nichts, den zahlt sowieso der Steuerzahler !!!

Gast: pensionär
28.09.2011 10:08
1 1

Für Belesene ...

... George Orwells "Großer Bruder" ist stark im Kommen!
Vielleicht könnten die Hacker einmal den Niederösterreichischen Jagdverband und seine MitgliederInnen offenlegen?!

Gast: total crash
28.09.2011 08:17
3 0

Regt`s euch nicht so auf,

von jeder/jedem wird auf Verlangen der GIS von den Meldeämter alle Daten jedes an einer Österreichischen Adresse gemeldeten Bewohners dessen Daten zur Verfolgung und Eintreiben der GIS Gebühren(für grottiges Österr.Fernsehen) zur Verfügung gestellt.
Da ist ein Leak,dass hat mit Datenschutz auch nichts am Hut.

Antworten Gast: gerechtiker
30.09.2011 03:43
0 0

Re: Regt`s euch nicht so auf,

soweit ich mich erinnern kann, hat der "es gilt die unschuldsvermutung" korrupte Ernst Strasser die Vermarktung der Meldedaten freigegeben.

sprich, man kann die Meldedaten kaufen.


Antworten Gast: Stimmt
28.09.2011 08:50
2 0

Re: Regt`s euch nicht so auf,

Das ist aber nicht nur bei der GIS so, da gibts locker noch hunderte andere Instititionen die auf Meldedaten ohne besonderen Grund zugreifen können.

Jetzt wurden mal die der Polizisten (eh sicher nicht alle in Ö) abgefragt.

Antworten Antworten krs-1
28.09.2011 09:32
2 0

Re: Re: Regt`s euch nicht so auf,

ja komischerweise haben, nach jedem Umzug von mir, gleich Kirchenbeitragsstelle, GIS, ÖVP, ... gleich meine neuen Daten...

Gast: Wutbürger
27.09.2011 19:14
1 11

Die totale Internetüberwachung ist damit durch.

Dank Anonymous ist die Errichtung einer totalen Internetüberwachung nur mehr eine Formailität. Jedweder Antrag in diese Richtung geht 100% durch.

Intelligente Menschen fragen nach dem "cui bono".

Intelligente Menschen fragen: Wem nützen die Aktionen von Anonymous?

Intelligente Menschen fragen: Wer profitiert von den Auswirkungen der Aktionen von Anonymous?

Der Rest jubelt Anonymous zu.

Honi soit qui mal y pense.

Antworten Cuchullain
29.09.2011 09:19
1 0

Re: Die totale Internetüberwachung ist damit durch.

Falls Sie damit andeuten wollen, dass Anon Hilfe aus dem Innenministerium bekommen hat (um die Gesetze zu verschärfen), möchte ich Ihnen höflichst mitteilen, dass ich das Gleiche denke!

Antworten Gast: pfau
28.09.2011 09:54
1 0

Re: Die totale Internetüberwachung ist damit durch.

pfau, was sie alles können und wissen...

Antworten Gast: Kibietz
28.09.2011 08:33
12 0

Re: Die totale Internetüberwachung ist damit durch.

Na zu den intelligenteren Menschen scheinen sie auch nicht zu gehören.

Warum veröffentlicht dei Gruppe die Namen und Adressen bon Polizisten aber nicht die von der Tiroler GKK?

Warum hackt Anonymous überhaupt?

Wer sagt das Vorratsdatenspeicherung und schärfere Bestimmungen ein geeignetes Mittel zur Verhinderung der Hacks beitragen?

Hacker gab es und wird es immer geben, manche sind böse und arbeiten für den pers. Profit, andere sind gut und häcken für die Freiheit.

sie dagegen scheinen ein Freund der Anlassgesetzgebung zu sein der immer alles kontrolliert wissen will. Warum? Vor was haben sie Angst?

Beispiel Norwegen: Trotz eines verheerenden Attentates wurde kein einziges Gesetz verschärft die Bürgerrechte werden nach wie vor geachtet und nicht beschnitten.

Anonymous gibt denjenigen die das Volk kontrollieren wollen Ihre eigerne Medizin zu kosten und das kann manchmal bitter werden.
Ich wette das deshalb die Polizistendaten veröffentlicht wurden und die der GKK nicht.

So schauts aus. Unsere Politik/Exekutive/Legislative hat offenbar kein Vertrauen in das Volk also warum sollte das Volk dann auf sie vertrauen?

Freiheit geht immer noch VOR Sicherheit.
Ich muß aber gestehen das ich lieber frei und gefährlich lebe als gefangen dafür aber sicher.
Niemand lässt sich gerne kontrollieren!

Re: Re: Die totale Internetüberwachung ist damit durch.

Könnte esein, dass in Norwegen die GEsetze deshalb nicht verschärft wurden, weil es dort keinen so dichten Filz zwischen Politik und Wirtschaft gibt wie bei uns (z.B. mit Raiffeisen und Wien Holding) gibt, der einfach ein natürliches Interesse an totaler Überwachung der Bürger hat.
Dazu kommt die gezielte Verdummung der Bevölkerung mit div. Zeitungen im Einflußbereich von Raiffeisen mit Slogans wie "wer niochts zu verbergen hat braucht sich nicht zu fürchten (vor einer vermehrten Überwachung)"

Antworten fefe
28.09.2011 06:17
1 4

Re: Die totale Internetüberwachung ist damit durch.

Ja, ich finde auch, dass es sehr danach aussieht. Anonymous arbeitet entweder für jene, die weitere Einschränkungen und Überwachung wollen oder arbeitet ihnen zumindest entgegen.

Also entweder eine getarnte Aktion oder die Hacker von Anonymous sind ziemlich dämlich.

 
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