Warum 41 Megapixel? Nokias Kamera-Monster erklärt

28.02.2012 | 12:07 |  von Daniel Breuss (DiePresse.com)

Die Vorstellung des Nokia 808 PureView sorgte für Kopfschütteln. Die Technologie dahinter hat aber Potenzial. Die Kamera vereint mehrere Bildpunkte zu einem "Superpixel". Das soll die Qualität steigern.

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Kein Hobbyfotograf braucht 41 Megapixel, schon gar nicht in einem Handy. Dennoch hat Nokia genau so einen Sensor in ein Handy, das 808 PureView, gepackt und das Gerät auf dem Mobile World Congress in Barcelona vorgestellt. Dahinter steckt aber nicht einfach nur Megapixel-Wahn, sondern ein seit Jahren entwickeltes Konzept. Denn der Hersteller hat sich nicht damit zufrieden gegeben, mehr Auflösung in einen kleinen Sensor zu packen. Im Vergleich zu anderen Kamerahandys ist der Sensor nämlich recht groß, größer auch als in manchen Kompaktkameras. Generell gilt: Je mehr Pixel auf eine Sensorfläche gequetscht werden, desto stärker leidet die Qualität der Fotos. Größere Sensoren versprechen bei gleicher Auflösung also bessere Bilder. Der Sensor des 808 PureView ist rund 2,5 mal größer als der des Nokia N8, das 12 Megapixel geboten hatte und als eines der besten Kamera-Handys gilt.

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Superpixel

Nokia hat die Funktionsweise seiner PureView-Technologie in einem Whitepaper erläutert. Darin beschreibt der Hersteller eine Funktion namens "Pixel Oversampling". Auf dem Gerät steht zwar "41 Megapixel" drauf, heraus kommen aber (je nach Einstellung) etwa nur Fotos mit 8 Megapixel. Betrug? Mitnichten. Die Kamera kombiniert mehrere Pixel zu einem "Superpixel". Dadurch wird die Bildqualität verbessert, das Foto gewinnt an Details und das Bildrauschen soll idealerweise reduziert werden. Je stärker man aber den Zoom nutzt, desto geringer wird dieser Effekt. Nokia will damit die Qualität von digitalen Spiegelreflexkameras erreichen können. Das Oversampling macht insbesondere auch Sinn, weil kaum eine Optik (selbst die Carl-Zeiss-Linsen, die Nokia nutzt) tatsächlich mit 41 Megapixel gut umgehen kann.

Technologie seit fünf Jahren entwickelt

Das 808 PureView ist dennoch eine Sackgasse. Es ist klobig, hat einen Buckel aufgrund der Kombination aus Sensor und Linse und läuft vor allem mit dem ausrangierten Symbian-Betriebssystem. Das liegt daran, dass Nokia bereits seit fünf Jahren an dem 41-Megapixel-Monster gearbeitet hat, wie AllThingsD berichtet. Der Schwenk auf Windows Phone war erst im Vorjahr besiegelt worden. Nokia will aber die im 808 PureView genutzt Technologie auch auf Microsofts Smartphone-Plattform bringen. Technische Hürden soll es dabei keine Geben, sagt Nokias Smartphone-Chefin Jo Harlow. (c) Presse Digital (Sara Gross)

vergrößern

"Goldstandard" für Kamerahandys

TechCrunch-Autor Devin Coldewey argumentiert, dass Windows Phone der "de facto Goldstandard für mobile Fotografie" werden könnte, wenn Nokias Fototechnologie richtig umgesetzt wird. Noch ist das allerdings Zukunftsmusik. Fakt ist aber, dass Handys die klassische Kompaktkamera immer mehr ablösen. Damit Kunden das Gerät aber auch haben wollen, sollte Nokia sich etwas überlegen, um die Technologie zu schrumpfen. Denn mit einem derartigen Buckel auf dem Handy wollen wohl die wenigsten herumlaufen.

(db)

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21 Kommentare
Gast: Oesterreicher1
29.02.2012 07:42
1

Neuigkeit

"Je mehr Pixel auf eine Sensorfläche gequetscht werden, desto stärker leidet die Qualität der Fotos."

Wenn das so stimmen würde - warum gibt es dann Kameras mit mehr als einem einzelnen Pixel?

Re: Neuigkeit

Warum? Weil ein Pixel vielleicht wirklich zuwenig ist?

Das ganze läuft auf einen Katzenbuckel hinaus: Zuerst wird die Qualität insgesamt besser, ab einem gewissen Optimum wieder schlechter.

Es steht auch klipp und klar: „Je mehr Pixel auf eine Sensorfläche gequetscht werden…“ - das heißt einfach auf eine bestimmte, beliebige aber fixe Sensorfläche bezogen;
und im nächsten Satz steht dann die Auflösung FÜR JEDEN.



ja das mit

dem buckel hab ich mir seinerzeit beim n8 auch gedacht. als ich die fotos von dem gerät gesehen habe war ich anderer meinung.

aber für das gerät gibts zwei möglichkeiten:
flop
oder es definiert das smartphone neu

für mich ist klar- statt quadcore und co nehm ich das. auch die tonaufnahmequalität von dem teil ist beeindruckend.

Gast: pixelwahn
28.02.2012 19:22
5

Ganz neue Einsichten!

"Je mehr Pixel ein Bildsensor verarbeiten muss, desto mehr leidet die Qualität der Fotos". Aha!

Richtig kompetent, der Autor dieser Zeilen.

Interessant

wie man am Markt vorbei entwickeln kann. Hat der Konzern Technologisches Alzheimer, die waren mal so gut.

Was ist da bei Nokia los?

Gast: gert78922
28.02.2012 18:06
6

trotzdem benötigen Pixel Licht

und somit ein anständiges Objektiv

eine 41 Megapixelprofikamera braucht schon sehr gute Objektive, damit diese Auflösung überhaupt was bringt, dieses Guckloch als Linse bei einem Smartphone wird damit aber extreme Probleme haben, selbst wenn man die Pixel hinterher komprimiert

Das ist kein Telefon ...

... sondern der ubiquitäre "stumpfe Gegenstand", mit dem in den Krimis immer die Leute erschlagen werden. Groß genug dafür ist es ja.

Re: Das ist kein Telefon ...

Erinnert mich daran: http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/7/74/DynaTAC8000X.jpg

Gast: Analyst 829
28.02.2012 14:01
3

640 Kilobyte sind genug für jeden

640 Kilobyte sind genug für jeden. Das sagte einst Bill Gates

Nun sollen angeblich niemand 41 Megapixel brauchen.

Auch diese Aussage wird in Zukunft lächerlich sein, wenn Handys 41 Terrapixel haben und man mit Handys die Reinheit von Tellern, Tischen u. s. w. in Bezug auf Viren und Bakterien untersuchen wird sowie Handys auch nach einem Foto vom Rachenraum erkennen welcher Bakterien oder Virenstamm eine Krankheit ausgelöst hat.

Kameras werden in den Terrapixelbereich auflösen (müssen) um in künftigen Märkten erfolgreich zu sein. Das Handy wird eben auch zu einem Diagnosewerkzeug werden ab einer gewissen Auflösung.

41 Terrapixel sind gar nichts gemessen an dem, was man von Handys in 30 Jahren verlangen wird.

Re: 640 Kilobyte sind genug für jeden

Was Nokia da macht ist nicht neu. Canon hat diese Möglichkeit auch in einigen SLRs, wobei 1/4 große Bilder ausgegeben werden und daher volle Farbe pro Bildpixel und optimierte Rauschunterdrückung realisiert sind.

Bildwirksame Auflösung hat bei der derzeitigen Technik der Objektive eine sinnvolle Grenze irgendwo bei 20 Megapixel. Und dafür braucht man schon die besten Objektive, die heute erhältlich sind.

Die Grenze legt also die Qualität der Objektive. Irgendwo wird dann auch eine Grenze für die Anzahl der Sensoren pro Fläche sein, weil rein Physikalisch eine gewisse Anzahl Photonen beim Sensor ankommen muss. Je kleiner der ist, desto weniger sind es.

Antworten Antworten Gast: gert78922
28.02.2012 18:11
2

Re: Re: 640 Kilobyte sind genug für jeden

volle Farbinformation ist mit diesen CCD-Sensoren nicht möglich, da muss man schon Sigma und die Faveon-Sensoren nehmen, die bei jedem Pixel alle 3 Grundfarben aufzeichnen können, aber auch da fehlen die Bildinformationen, die in den Pixelzwischenräumen nicht aufgenommen werden können

bei herkömmlichen Sensoren verliert man aufgrund der Zwischenräume der Pixel gut 50% und dann fehlen auch noch 2/3 der Farbinformationen, der Rest wird interpoliert - eine Wunder, dass am Ende trotzdem ein ansehnliches Bild rauskommt

Re: Re: Re: 640 Kilobyte sind genug für jeden

Wenn man jeweils vier Einzelsensoren zusammenfasst hat man schon eine komplette Farbinformation. Die Zwischenräume zwischen den Einzelsensoren werden weitgehend durch Sammellinsen ausgeglichen.

Bei 40 aber auch 20 Megapixel ist aber das größere Problem die Auflösung des Objektivs. Der kleinste Punkt wird da sowieso über mindestens zwei Einzelsensoren zerstreut sein. Da sind die toten Bereiche am Sensor egal.

Das ist also ein sehr theoretisches Problem.

Re: 640 Kilobyte sind genug für jeden

Wow, das kann ja nur ein Trollversuch gewesen sein!
Ansonsten:
1. Terra<->Tera
2. Giga gleich mal auslassen?
3. beschäftigen Sie sich mal mit technischer Optik und Quantenphysik, dann werden Sie feststellen, dass so eine Auflüsung in einer "Handycam" nicht machbar ist.

Re: 640 Kilobyte sind genug für jeden

Und jetzt schreiben wir hundertmal "Terapixel"

Der umgekehrte Weg...

...wäre wohl der einfachere. Einfach ein Handy in 'ne gute Digicam einbauen.

Eine Kamera, mit der man nicht

telefonieren kann, finde auch ich langweilig.

Gast: fugazi
28.02.2012 13:13
4

...

raus raus raus liebe leute!

es gibt was zu kaaaauuuffenn!!!

kaufen kaufen !

kaufen!

Re: ...

Danke für den Tipp.

Wenn ich was kaufen gehe, mit meinem hart erarbeiteten Geld, dann können Sie weiter zu Hause bleiben.

Antworten Antworten Gast: fugazi
28.02.2012 20:12
0

Re: Re: ...

danke!, endlich weis ich für was man arbeiten geht!

Re: ...

posten posten posten liebe trolle!

es gibt was zu meeeckeeerrrrrnn!!!

trollen trollen!

aufregen!

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