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Ex-HP-Vorstand Rudolf Kemler wird ÖIAG-Chef

07.09.2012 | 16:11 |   (DiePresse.com)

Der IT-Manager wird Chef der Staatsholding. Er folgt Markus Beyrer, der nach Brüssel wechselt. Die Wahl erfolgte einstimmig.

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Rudolf Kemler (56), IT-Manager und früherer Chef von Hewlett Packard Österreich, wird neuer Chef der Staatsholding ÖIAG. Er folgt damit Markus Beyrer, der nach Brüssel wechselt, wo er per Jahresende die Generaldirektion von "Businesseurope" übernehmen wird. Die Wahl von Kemler erfolgte einstimmig. Damit bleibt die ÖIAG-Spitze weiter im Naheverhältnis zur Industriellenvereinigung - Beyrer war deren Generalsekretär, Kemler ist Vorstand in der Industriellenvereinigung Wien. Kemler genießt nach "Presse"-Informationen das Vertrauen von ÖAIG-Aufsichtsratspräsident Peter Mitterbauer, dem früheren IV-Präsidenten.

Im Vorfeld galt noch der steirische Ex-Landesrat Herbert Paierl als aussichtsreichster der vier verbliebenen Kandidaten. Hinter ihm soll die ÖVP-Spitze gestanden sein. Auch AUA-Vorstand Peter Malanik und ÖIAG-Chefjurist Günter Leonhartsberger waren in der engeren Auswahl. Insgesamt gab es 16 Bewerbungen. Beim Hearing gestern, Donnerstag, ging laut ÖIAG Kemler als Sieger hervor. Kemler, der nach dem Hearing der vier Kandidaten als Favorit galt, tritt seinen neuen Job am 1. November an.

Ministerin Fekter ist zufrieden

VP-Finanzministerin Maria Fekter zeigte sich zufrieden mit der Entscheidung. Kemler sei nun gefordert, ein Konzept über die künftige Ausrichtung der Holding (Telekom Austria, Post AG, OMV) vorzulegen. Ein Gespräch mit ihm habe bereits stattgefunden.

Fekter stellte aber auch klar, dass sie mit Paierl leben hätte können. Nun gehe es darum, die ÖIAG aus den medialen Schlagzeilen herauszuhalten. Zu der von der ÖVP in Vergangenheit geforderten Eingliederung der ÖBB in die ÖIAG hielt sie fest, dass man nun mal schauen müsse, was der austro-kanadische Milliardär Frank Stronach mit den ÖBB vorhabe. Wenn es ihm nur darum gehe, Förderungen abzuziehen, sei ein Verkauf an Stronach keine Option. Wenn er aber den Steuerzahler entlastet, müsse man sich das anschauen.

"Er ist ein Vollblutmanager"

Zu seinen Plänen meinte der künftige Chef am Freitagnachmittag in einer Aussendung: "Ich möchte Brücken bauen und das Verbindende über das Trennende stellen." Strategisch steht für Kemler die Aufwertung der ÖIAG an zentraler Stelle. "Eine starke ÖIAG gibt ihren Beteiligungen unternehmerische Verantwortung und entzieht sie dem direkten Einfluss der Tagespolitik", so der IT-Manager.

ÖIAG-Aufsichtsratspräsident Mitterbauer streute vorab Blumen: "Mit Rudolf Kemler konnten wir für die ÖIAG einen Vollblutmanager mit einem beeindruckenden, internationalen Werdegang gewinnen. Er ist ein Mann der Wirtschaft, der in seiner über 35-jährigen Karriere als Geschäftsführer, Vorstand und Aufsichtsrat in einem breiten Spektrum an Branchen überzeugt hat. Neben seiner hervorragenden wirtschaftlichen Karriere hat er sich in verschiedenen Funktionen immer wieder intensiv für standortrelevante Initiativen engagiert."

Reiche Erfahrung in der IT-Industrie

Kemler gewann zuletzt viele Befürworter, wie "Die Presse" berichtete. Nach ersten Karriereschritten in der Bankenwelt (Creditanstalt und Girozentrale) sammelte er reiche Erfahrung in der IT-Industrie. Nixdorf, dann Siemens-Nixdorf Informationssysteme, T-Systems und zuletzt HP lauten seine Stationen. Dass Kemler auch im Vorstand der Industriellenvereinigung Wien sitzt, dürfte jedenfalls kein Nachteil gewesen sein.

Damit steht erneut keine Frau an der Spitze der ÖIAG, wie sich das ÖIAG-Aufsichtsratspräsident Mitterbauer wünschte. Mitterbauer, der auf der vom Gesetz eingeräumten Unabhängigkeit des Aufsichtsrats besteht und selbst auf die Suche ging, holte sich Absagen von Brigitte Ederer (Siemens), Michaela Steinacker (Raiffeisen) und Regina Prehofer (Wirtschaftsuni).

(APA/Red.)

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8 Kommentare
Gast: Benno T.
03.11.2012 12:40
0 0

Neue Besen kehren gut!

Von seinem beruflichen Werdegang her erachte ich ihn als absolut geeignet. Und nun lassen wir ihn einmal arbeiten, denn zu reformieren gibt es in der ÖIAG genug. Vor allem alles, was den Interessen der österreichischen Steuerzahler und damit den Eigentümern, nützt. Ich denke da an die Schmiergeldaktionen bei der Telekom.

"Ich möchte Brücken bauen und das Verbindende über das Trennende stellen."

mei wie lieb :-).

den einfluss des staatlichen mehrheitseigentümer

in der ÖIAG zurückdrängen.
fazit: alles bleibt beim alten. wäre ja auch zu schön, wenn der bürgerInnen den eindruck gewinnen könnten, die öiag arbeit zum wohl des staates, dem sie mehrheitlich verpflichtet ist. bitte den vertrag veröffentlichen, damit wir einfache steuerzahler nicht den eindruck erhalten, das korrupte gemauschel zwischen wirtschaft und staat geht lustig weiter!

Fekter stellte aber auch klar, .....

"dass sie mit Paierl leben hätte können"

und zur ÖBB?

"dass man nun mal schauen müsse, was der austro-kanadische Milliardär Frank Stronach mit den ÖBB vorhabe"

Fekter wie sie leibt und lebt: "Schau ma mal".

Re: Fekter stellte aber auch klar, .....

fekter: vorgeschlagen für den großen trampeltierorden der republik

dann wird paierl wohl doch zu stronach gehen


die övp wollte ja ganz offensichtlich die öiag dazu mißbrauchen den paierl ruhigzustellen. so hat sich die industriellenvereinigung durchgesetzt und die övp wird damit leben müssen, dass onkel frank einen abgehalfterten ex-övp-politiker mehr auf seiner liste hat.

stellt sich nur die frage, warum staatliches eigentum eigentlich die spielwiese einer 22%-partei und ihrer geldgeber sein muss.

Re: dann wird paierl wohl doch zu stronach gehen

ich habe den Artikel so verstanden, dass die ÖVP eben keinen wesentlichen Einfluss auf die Bestellung nehmen konnte.
die Politik (der BMfFin) bestellt den AR, das entspricht dem AktG.
Dass diese Funktion an jemand geht, der eine ehrenamtliche Tätigkeit in der IV ausübt, bietet mE keinen Stoff für politische Hintergrundstories.

Re: Re: dann wird paierl wohl doch zu stronach gehen


oh, ein echter presse-leser, für den es normal ist, dass die öiag spielwiese eines klüngels von industriellen und övp-politikern ist. schließlich hat gott die welt ja kapital und övp geschenkt, oder etwa nicht?

lesen sie mal, was claus raidl über die zustände in der öiag sagt, der ist ja ein unverdächtiger zeuge.

Hobbyökonom