22.11.2009 18:04 | Meine Presse Merkliste0

Kreditkarten: "Vor höchsten Verlusten, die wir je erlebt haben"

19.11.2008 | 11:04 |   (DiePresse.com)

Die Bank of America gehört zu den größten Karten-Anbietern der USA. Bank-Chef Lewis sieht die Branche bedroht und warnt vor dramatisch steigenden Zahlungsausfällen.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Der Chef der Bank of America hat in dramatischen Worten vor einer nächsten Welle der Finanzkrise gewarnt. "Wir als Branche könnten vor den höchsten Verlusten im Kreditkartengeschäft stehen, die wir jemals erlebt haben", sagte Kenneth Lewis am Dienstagabend. Die Bank of America gehört zu den größten Kartenanbietern der USA und musste in dem Bereich im dritten Quartal bereits empfindliche Belastungen hinnehmen. Der Gewinn brach daher um gut zwei Drittel ein.

Die US-Konsumenten finanzieren ihre Einkäufe traditionell auf Pump - die Kreditkartenschulden belaufen sich auf bis zu eine Billion Dollar (790 Mrd. Euro). Mit der Rezession nimmt die Zahl der Ausfälle deutlich zu.

Der Chef der größten US-Bank erwartet keine schnelle Belebung der US-Konjunktur. "Die Wirtschaftslage dürfte sich wohl zunächst noch einmal verschlechtern, bevor wir eine Verbesserung erleben", sagte Lewis vor Journalisten. Frühestens Mitte nächsten Jahres werde sich der Häusermarkt stabilisieren und damit möglicherweise auch die gesamte Wirtschaft. Der Preissturz am Immobilienmarkt hat die weltweite Finanzkrise ausgelöst.

Die Bank of America ist bisher vergleichsweise gut durch die Krise gekommen und konnte sogar milliardenschwere Zukäufe tätigen. So erwarb das Institut im September unter anderem die schwer angeschlagene Investmentbank Merrill Lynch. Hier stünden noch "bedeutende Stellenstreichungen" an, kündigte Lewis an. Weitere Zukäufe seien in den nächsten Jahren nicht geplant, da die bisherigen Akquisitionen zunächst verdaut werden müssten.

Das Geldhaus musste sich bei Investoren zur Stärkung der Kapitaldecke in diesem Jahr bisher mehr als 20 Milliarden Dollar an frischem Geld besorgen. Zudem erhält die Bank of America 25 Mrd. Dollar aus dem 700 Mrd. Dollar schweren staatlichen Rettungspaket.

(Ag.)

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Artikel kommentieren Kommentieren BookmarkBookmarken bei [Was ist das?]

Als Gast kommentieren

...oder einloggen um als registrierter Benutzer zu kommentieren (Vorteile dieser Variante)

*... Pflichtfelder

Sicherheitscode
(Was bringt das?)*


Schwer lesbar?
Neuen Code generieren

Verbleibende Zeichen

1 Kommentare
R@iner
20.11.2008 13:57
0 0

Betrüblich aber gerecht

Zuerst war ich entsetzt über das , was in den letzten Wochen so über uns hereinbricht. Mittlerweile verändert sich meine Befindlichkeit.
Ich finde es amysant, dass jene, die nichts dabei fanden, Menschen dazu zu verleiten, über ihre Verhältnisse zu leben, jetzt vor dem Trümmerhaufen ihrer Gier stehen.
Ist es nicht eine Schande, wie Banken und Kreditkartenfirmen hierzulande Kindern und Jugendlichen Überziehungsrahmen und Kredite anbiedern, und sie damit in die Schuldenfalle locken?
Das Imperium schlägt nun zurück. Und die Wucht ist gewaltig.

Schlagzeilen Wirtschaft

  • Hypo: Staatshilfe nach "wohlwollender" OeNB-Prüfung
    Laut "profil" hat die angeschlagene Kärntner Hypo Alpe-Adria auf Grundlage einer nur oberflächlichen Prüfung der Österreichischen Nationalbank Staatshilfen erhalten.
    Was wurde aus... dem Waldsterben?
    "Der Wald stirbt", wurde uns in den 1980er-Jahren erklärt. Mittlerweile gibt es in Österreich mehr Wald als je zuvor. Warum eigentlich? Haben die Warnungen die Bäume gerettet – oder hat man damals einfach nur heillos übertrieben?
    Fonds floppten, weil zu wenige Versicherte starben
    Fonds der Deutschen Bank investierten in Lebensversicherungen und warteten auf den Tod der ursprünglichen Versicherungsnehmer. Da zu wenige starben, blieben die Erlöse aus. Der Bank droht nun eine Klage.
  • Magna-Chef Wolf will Arbeitskräfte flexibler einsetzen
    Wolf fordert "Work-on-Demand" und die Frühpensionierung von schwer vermittelbaren Arbeitskräften. Die Krise sei eine historische Chance zur Flexibilisierung.
    Subventionswettlauf um Opel gestartet
    EU-Industriekommissar Günter Verheugen kritisiert scharf die Ersteigerung von Arbeitsplätzen. Welche Opel-Standorte werden in Europa überleben dürfen? Klar ist, dass etwa 10.000 Mitarbeiter werden gehen müssen.
    Banker auf der Kanzel: "Wir leisten Gottes Arbeit"
    Mit Vorträgen versuchen britische Banker, das Image ihres Berufsstandes auf Vordermann zu bringen. Ort des Geschehens: englische Gotteshäuser. In der Londoner City feiert man die Rückkehr der Megabonuszahlungen
  • Design-Dildo statt Kabinen-Porno
    Beate Uhse, Europas größter Erotikhändler, klagt über schlechte Geschäfte. Haben Sexshops ausgedient? Mitnichten. Zumindest, solange sie neue Kunden ansprechen. Der Konzern der verstorbenen Primadonna meldete sinkende Umsätze.
    Wirtschaftskrise: Opfer, entschädigt doch die Täter!
    Hochrangige Banker bauen bereits für die nächste Wirtschaftskrise vor. Die Steuerzahler sollten sich besser anschnallen. Sicher ist sicher. Josef Ackermann ist wohl etwas wie der Mann fürs Grobe in der sonst so zurückhaltend agierenden Bankenszene.
    Sinnfrei an der Börse
    Warum der Neueinstieg in Aktien derzeit keinen Sinn ergibt, K+S aber spekulativ trotzdem eine Überlegung wert wäre.
  • Bayern fordern 500 Millionen Euro für die Hypo
    Die Spitze der Bayerischen Landesbank trifft sich demnächst mit Finanzminister Josef Pröll. Ob das Geld vom Bund oder von Kärnten kommt, ist den Deutschen egal.
    ÖBB: Lopatka ortet Wildwuchs freigestellter Betriebsräte
    Staatssekretär Reinhold Lopatka spricht von einer Selbstbedienungsmentalität der Eisenbahner. Durch die Aufsplitterung in zahlreiche Tochterfirmen gebe es zu viele dienstfreie Betriebsräte.
    Bewerber-Bluttests bei Autobauer Daimler illegal
    Daimler darf von Stellenbewerbern keine Bluttests verlangen, meint der deutsche Bundes-Datenschutzbeauftragte. Denn sie würden Rückschlüsse auf Medikamente zulassen.