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Das letzte Abendmahl und die große Geld-Illusion

07.08.2012 | 09:28 |  Von Peter Huber (DiePresse.com)

Die Geschichte des Geldes ist eng verknüpft mit dem Christentum, erklärt die Kulturwissenschaftlerin Christina von Braun in "Der Preis des Geldes".

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"Unser Glaube ans Geld beruht auf der Tatsache, dass viele Menschen dran glauben müssen, wenn das Geld in eine Krise gerät. Je fragiler das Geld, desto mehr Menschen trifft es", schreibt die deutsche Kulturwissenschaftlerin Christina von Braun in ihrem Buch "Der Preis des Geldes", einer Kulturgeschichte des Geldes. Gleichzeitig sei Geld heute etwas hochgradig Abstraktes geworden. An diesem Punkt setzt die Autorin an. Sie begibt sich auf eine über 400-seitige Zeitreise durch die Jahrhunderte, um zu erklären, warum wir an ein System glauben, das auf dem Nichts basiert.

"Die Opferlogik des Geldes schuf die Voraussetzungen für die Fruchtbarkeit des Geldes", schreibt von Braun. Dies sei auch ein Grund dafür, warum die christliche Religion zu dem Terrain der Geldgeschichte geworden sei. "Die Geschichte des westlichen Geldes ist ohne die christliche Religion nicht zu denken", hält sie fest. Bemerkenswert sei allerdings, wie wenig Interesse die Wirtschaftswissenschaft dafür zeige. Die Ökonomie tue sich schwer, über diesen "sakralen Aspekt" zu reflektieren. Die Autorin zitiert in diesem Zusammenhang den Schweizer Nationalökonomen Christoph Biswanger, der von der "Glaubensgemeinschaft der Ökonomen" schreibt. Die Ökonomie würde - wie die Theologie - viele Dogmen kennen. "Sie schreiben vor", meint von Braun. "Aber sie tun sich schwer damit zu beschreiben."

Das Geld und die Opfergabe

Von Braun schreibt von den drei Ursprüngen des Geldes. Diese seien der materielle Wert des Geldes (etwa die Anbindung des Geldes an Gold), Geld als Autoritätssystem (es bedarf eines Herrschers, der Geld herausgibt und garantiert) und Geld als Opfergabe. Aber sowohl die materielle Deckung des Geldes als auch die Autorität als Beglaubigungssystem des Geldes hätten sich als Illusion erwiesen. Gerade letztere verleite zu Fälschungen und Abwertungen.(c) Aufbau Verlag

(c) Aufbau Verlag

Bleibt also der dritte Ursprung des Geldes: die Opfergabe. "Im Laufe eines längeren Prozesses trat an die Stelle des realen Opfers (Opfertieres) ein Symbol - in Form einer Münze, auf der das Opfer oder das Opferwerkzeug dargestellt wurden", so die Kulturwissenschaftlerin. Ein klassisches Opfertier war der Stier. Nicht zufällig leitet sich auch das lateinische Wort für Geld, "pecunia", von pecus (Rind) ab. Bis heute würden sich moderne Geldzeichen auf die sakrale Herkunft des Geldes aus dem Opferkult beziehen, schreibt von Braun. Auch die zwei Striche, die sowohl Euro, Dollar, Pfund, Yen und Yuan zieren, seien Relikte der Stierhörner.

Nicht ohne eine gewisse Ironie hält von Braun fest, dass sich die Euro-Gemeinschaft bei der Wahl ihres Währungssymbols darauf beruft, eine Opfergemeinschaft zu bilden: "Eine Gemeinschaft, die älter ist als die europäischen Nationen und ausgerechnet in Griechenland ihren Ursprung hatte."

Das Geld und das Alphabet
Von Braun weist darauf hin, dass sich das nominalistische Geld - von ökonomischen Geldtheorien wenig berücksichtigt - nur 150 Jahre nach dem griechischen Alphabet durchgesetzt habe. Alle Buchstaben des Alphabets haben ihren Ursprung in magischen Opfer- und Fruchtbarkeitsriten, so von Braun. Auch der erste und wichtigste Buchstabe A verweise auf das höchste Opfertier: Aleph (Alpha) - Stier. Nicht zufällig würden auch die Ratingagenturen ihre Bestnoten mit "AAA" vergeben.

Das Geld und das Abendmahl

Bis ins 10. Jahrhundert gab es in Europa wertvolle Grabbeigaben aus Gold und Silber. Diesem Totenkult, der eine Gesellschaft ohne Geldwirtschaft repräsentiert, wurde erst durch das Christentum ein Ende gesetzt. Ab dann diente das Geld dem Bau von Kathedralen oder der Unterstützung der Armen. Aus einer "sterilen Grabbeigabe" wurde das "temporale und fruchtbare Geld". "Das Geld begann also zu zirkulieren, weil es den Toten entrissen wurde", schreibt von Braun. Und so wurde Geld zu dem "Klebstoff, der die Generationen über den Tod hinweg miteinander verbindet".

Der wichtigste gemeinsame Nenner von Christentum und Geld liege aber im Glauben. Das zeige sich auch am Beispiel Abendmahl. Brot und Wein wie auch Geld seien Symbole, die "versprechen, dass an ihnen substantiell etwas dran sei". Weil die Christen es gewohnt sind, mit der Illusion des Abendmahls zu leben, würden sie auch die Geldillusion akzeptieren, schlussfolgert von Braun. Sogar Adam Smiths "Unsichtbare Hand" der freien Marktwirtschaft ähnle der christlichen Lehre der lenkenden Hand Gottes.

Das Geld und die (erfundenen) Märtyrer

Das Opfer Christi sollte durch Opfergaben der Gläubigen erwidert werden. Mindestens fünf Mal im Jahr gab es Pflichtopfer, die dem Unterhalt des Klerus dienten - die Hochfeste. "Nach diesen Pflichtopfern fand der Markt statt, wo die Opfergaben in Geld umgewandelt wurden. So entstanden die Messen, deren Name und Ursprung deshalb sowohl auf Gottesdienst als auch auf den Marktcharakter verweisen", schreibt von Braun. Der Handel fand teilweise in den Kirchen statt. Gelegentlich wurden Märtyrer erfunden, um eine Wallfahrt und einen Markt einrichten zu können.

Auch mit den Kreuzzügen wuchs die Geldwirtschaft. So stellten christliche Kaufleute den Kreuzfahrern Schiffe und Verpflegung zur Verfügung, zudem gewährten sie Darlehen. Die Hoffnung: Der erweiterte Handel in den von den Kreuzfahrern eroberten Gebieten. Bei neu gegründeten italienischen Handelsgesellschaften war es eine Zeit lang üblich, dass Gott ein Teilhaber war. Ein Kaufmann namens Bardi wies in seinen Büchern im Jahr 1310 aus, dass Gott 864 Pfund und 14 Sous erhielt. Bei Verträgen wurde Gott als Zeuge aufgerufen, als Dank wurde ihm ein Opfergeld gezahlt.

Das Geld und das Fegefeuer

Die Kirche stelle jedenfalls kein Hindernis in der Entwicklung des Kapitalismus dar. "Die Hoffnung, dank des Fegefeuers der Hölle zu entkommen, erlaubte es den Wucherern, die Wirtschaft und Gesellschaft des 13. Jahrhunderts voranzutreiben: in den Kapitalismus", zitiert von Braun den französischen Historiker Jacques Le Goff. "Der moderne Finanzkapitalismus ist in erster Linie ein Produkt der christlichen Kultur", ist die Kulturwissenschaftlerin überzeugt (mehr dazu: "Das Fegefeuer und der Aufstieg des Kapitalismus").

Die Autorin ist nicht der Verlockung erlegen, eine Geldutopie zu verfassen. Sie hat eine äußerst lehrreiche und kurzweilige Kulturgeschichte des Geldes geschrieben. Und sie zögert nicht, die vielen positiven Seiten des Geldes zu betonen - gerade in Zeiten, in denen Polemiken gegen Geld und Kapitalismus es bis auf die Bestseller-Listen schaffen: "Das Geld sorgt für die Abschaffung der Leibeigenschaft, durchbrach die strenge Klassenhierarchie des Feudalismus, verhalf vielen Menschen zu erträglichen Lebensbedingungen und gab dem Erfindergeist eine Reihe von kaum zu überschätzenden neuen Anstößen".

Literaturtipp:

Christina von Braun: "Der Preis des Geldes"

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71 Kommentare
 
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Gast: yamo
17.08.2012 13:28
0 0

Da bleib ich doch lieber bei der Theorie

dass das Geld der einen die Schuld der anderen ist.

Gast: Nutzeneffekt
09.08.2012 19:33
1 2

Ein überflüssiges Buch mehr um sauteure 34 Euro, wegen dem völlig unsinnig zu viele wunderschöne alt Bäume gekillt werden

Das Buch vermittelt null Wissensgewinn,
dafür eine Überfülle an Hirngespinsten.

Auch wer unbedingt einen Staubfänger mehr benötigt und viel zu viel Geld hat, mit dem er nichts anzufangen weiß, der sollte sich eher fürs Geldspenden als fürs Buchkaufen entscheiden, denn die Geldillusion wird es rucki-zucki zum Flohmarktpreis oder im Altpapiersammelcontainer geben - und als Draufgabe leuchtende Kinderaugen bzw. glückliche Spendengeldempfänger, sodaß mit dem Geld Sinnvolles entstehen kann. Damit entstünde konstruktive (im)materielle Rendite, die durch den Scheeballeffekt bereichernd und gesellschaftsverändernd wirken könnte, ganz so wie vom Christentum seit 2 Jahrtausenden in Wahrheit gelehrt. Im Christentum soll nämlich das Geld den Menschen zum Glücklichsein verhelfen - und nicht der Mensch dem Geld dienen, wie es uns die phantasiebegabte UniPrinzessin fälschlicherweise weiß machen will.

Nicht alles was mit "Wissenschaft" etikettiert wird, ist nämlich tatsächlich Wissenschaft.



Antworten Gast: Was besonders
09.08.2012 21:24
0 0

die Wirtschaftswissenschaften betrifft,

weil die gesamt nur Hirngespinste darstellt und in Wahrheit nur erörtert, wie man über dieses System am einfachsten Milliarden von Menschen auszubeuten vermag. Würde es den Bnakstern verboten, Geld zu verleihen, das sie als Einlagen nicht zur Verfügung haben, wäre ein konstruktiver Anfang gemacht. Hätte man das schon immer so gehandhabt, wären viele Krisen ausgeblieben. So einfach ist das Ganze und kein bisschen komplizierter!

2 0

Manches klingt schon arg an den Haaren herbeigezogen:

Dass sich das Wort "pecunia" (das nicht nur "Geld", sondern generell auch "Vermögen" bedeutet) von "pecus" (das nicht "Rind", sondern generell "Vieh" bedeutet, und da sogar eher das Kleinvieh) abgeleitet sein soll, dürfte eher daran liegen, dass im frühen Rom der Reichtum nun mal wesentlich (auch) in Vieh bestand. Ein Zusammenhang mit Opfern ist schon arg konstruiert. Mit der Chronologie vertut sich die Autorin auch: Im alten Rom wurde das reale Tieropfer keineswegs durch Geldopfer ersetzt, das Wort pecunia für Geld/Vermögen entstand also schon zu einer Zeit, als noch Tiere geopfert wurden.

Anders als von Frau von Braun behauptet haben Pfund und Dollar nur einen Strich. Gibt es eigentlich einen Beweis dafür, dass die zwei Striche in diversen Währungskürzeln von Stierhörnern herrühren?

Im phönizischen Alphabet, von dem das griechische und unseres abstammen, hatten nur einige Buchstaben mit Tieren zu tun. Dass alle "ihren Ursprung in magischen Opfer- und Fruchtbarkeitsriten" haben sollen, ist für mich jedenfalls nicht so ohne weiteres nachvollziehbar.

Gast: Cliquenwirtschaft
09.08.2012 18:50
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Und diese unglaubwürdige Märchentante ist seit bald 20 Jahren auf Steuerzahlerkosten eine UniProfessorIn in Berlin?

Ein Musterbeispiel für den ideologisch motivierten Planstellenmißbrauch durch das Establishment zum Unterbringen privilegierter da elitärer Quotenfrauen auf angenehmen Versorgungsposten mit jahrzehntelanger toller Bezahlung! Als Alibi dafür dient hin und wieder ein rasch hingefetztes Elaborat. Damit verkommen unsere Unis zu nicht mehr ernst zu nehmenden Goldfischaquarien.

Statt Studiengebühren anzudenken sollten erst einmal die vielen fragwürdig besetzten Planstellen rigoros gestrichen werden, die nur die internationale Reputation unserer Unis nachhaltig ruinieren. Die Unis hätten dann rasch ein Finanzmittelplus, ganz ohne Studiengebühren!

Antworten Gast: peterotto
23.10.2012 17:56
0 0

Re: Und diese unglaubwürdige Märchentante ist seit bald 20 Jahren auf Steuerzahlerkosten eine UniProfessorIn in Berlin?

" Ein Musterbeispiel für den ideologisch motivierten Planstellenmißbrauch durch das Establishment zum Unterbringen privilegierter da elitärer Quotenfrauen auf angenehmen Versorgungsposten mit jahrzehntelanger toller Bezahlung! Als Alibi dafür dient hin und wieder ein rasch hingefetztes Elaborat "

Danke für diesen Kommentar. absolut treffend ;-)

Gast: Glaubnyx
09.08.2012 09:16
0 0

Das ist ja eine ausgemachte Sauerei

der Indoktrination in Zeiten einer abgekarteten Finanzkrise. Wer waren die Auftraggeber. Man kann es sich denken, bei diesem Inhaltswulst. So viel konzentrierten Schrott gab es schon lange nicht. Zu Christentum und Geld fällt mir neben anderen hauptsächlich eines ein: Als Jesus die Geldwechsler aus dem Tempel hinausschmiss.
Nur am Rande: In USA ist das Schulnotenrating auf Buchstaben aufgebaut und bei uns Frau Braun , nie in die Schule gegangen? Was kann man daraus hochtrabendes schliessen? Und das Wort Geld, hat nichts mit Rindern zu tun, wohl aber mit Gold, gelten, kelten etc. . Und Gold gab es vor Geld. Und Geld gab es in Mitteleuropa bereits vor den Römern.

Antworten Gast: Change your mind
09.08.2012 09:38
0 0

Re: Das ist ja eine ausgemachte Sauerei

Stimmt. Es ist auch nicht das Geld das Problem. Auch nicht der Handel. Auch nicht die Produktion. Das Problem sind die Geldwechsler, Die, die zum eigenen Vorteil die Disparitäten kurzfristig erzeugen. Und wenn man will, kann man einen Religionsbezug herstellen.

Gast: Frustrierende Desillusion
08.08.2012 20:31
1 0

Was als Bestseller angepriesen wird, ist meist nicht lesenswerter Inhaltsmüll

Vergeudete Zeit, verschwendetes Geld, zerstörte Illusionen. So auch bei diesem Buch. Nur viele Seiten, teurer Preis. Wissensgewinn?

Um Zeit und Geld vergnüglich plaudernd Abendessen zu gehen ist weitaus rentabler.

Gast: Hokuspokus
08.08.2012 19:30
2 0

Hätte die siebenkluge Frau ProfessorIn die Symbolik des Letzten Abendmahls verstanden, würde sie sich nicht in derartig gewagte Spekulationen verirren. So aber dokumentiert sie nur Unglaube und Nichtwissen. Oder soll das Buch als Wunderwaffe gegen universitäre Wissenschaftsstandards dienen?

Die Madame wäre eine wunderbare Science Fiction-Autorin! Ein Genrewechsel wäre daher anzuraten!

Gast: Der Kulturwissenschaft entgleitet leider der Wissenschaftsanspruch
08.08.2012 18:34
2 0

Ver-Wahrlosung des universitären Wissenschafts(?)betriebes durch problematische Postenbesetzungspolitik

"Auch die zwei Striche, die sowohl Euro, Dollar, Pfund, Yen und Yuan zieren, seien Relikte der Stierhörner."

Um nicht dieser abenteuerlichen nichteinmal-Hypothese zu verfallen, hätte die ProfessorIn-Darstellerin nur geschwind das englische Wikipedia unter den Stichwörtern "Dollar" bzw. "Dollar sign" konsultieren müssen, um über die weit weniger phantastische, dafür aber faktenorientierte profane Erklärung für den Doppelstrich aufgeklärt zu werden. Wikipedia dokumentiert untheatralisch-nüchtern den aktuellen Forschungsstand. Recherche oder gar Forschung scheint wahrlich keine Stärke der Lehrstuhlbesetzerin zu sein.

Das belletristische Elaborat einer phantasiebegabten wirtschaftshistorisch unbedarften Fachfremden manifestiert die Ver-Wahrlosung unseres der eigennützigen Selbstdarstellung vor einer unkritischen da zunehmend ungebildeten und daher leicht manipulierbaren Masse dienenden, primär pekuniären Interessen folgenden profitorientierten universitären "Wissenschafts"betriebes, der gefährlich ins Ideologische abgleitet, was Mißbrauch und Manipulation durch "Experten" begünstigt.

Im Vergleich zu solch medial favorisierten Paradiesvögeln ist seriöse Forschung echte Knochenarbeit. Deren Ergebnisse interessant und spannend einem größeren Leserkreis näherzubringen wäre eine schöne Aufgabe und große Herausforderung für Talentierte!

Dieses Werk ist m.E. ein gutes Negativbeispiel für die schnoddrige Vermarktung von mit Chuzpe betriebener Pseudo-Wissenschaftlichkeit.



Antworten Gast: Glaubnyx
09.08.2012 09:20
1 0

Re: Ver-Wahrlosung des universitären Wissenschafts(?)betriebes durch problematische Postenbesetzungspolitik

Danke. Zustimmung. Hätte mir mein posting sparen können, zuviele davon verdient die Hörnerbesessene nämlich nicht.

0 0

Also das Geld

ist entwickelt worden, um Bier zu kaufen und die ersten Kredite haben die Wirte vergeben. Oder?

Gast: Fungibilität
08.08.2012 15:10
1 0

Bemerkenswert ist die unzeitgemäße eurozentrische Perspektive der deshalb leider nur als halbgebildet zu bezeichnenden Autorin, welche beispielsweise auf die interessante Geschichte und die weite Verbreitung der Kaurimuscheln (Zahlungsmittel: 1.500 v.Chr.-1950er Jahre!) und des Kerbholzes vergißt. ..

Als Zahlungsmittel fungierten u.a. auch Bronzebeile, Salz, Gewürze, edle Felle, Edelsteine, Samen, Kakaobohnen, zeitweise sogar Tulpenknollen; alles Begehrte was länger haltbar, normiert und leicht transportierbar war.

Die Geschichte des Geldes ist daher nur im jetzigen EU-Europa (nichteinmal in SO Europa!) und da nur hinsichtlich seiner Verwendung als Zahlungsmittel eng(?) mit dem Christentum (Calvinismus!) verknüpft. Wie schon bei Machiavelli nachzulesen wäre, kämpften die republikanischen Stadtstaaten (Florenz der Medici!) mit ihren beutesüchtigen Söldnerheeren u.a. um die Emanzipation von der Vorherrschaft des Vatikans. Der Katholizismus wurde schon damals durch die Ideologie des Geldes (Kapitalismus) des handelspolitisch agierenden Geldadels (Medici+Konsorten) mit seinen dominanten Privatbanken abgelöst, die als kreditgewährende Kriegsfinanziers die Feudalherrscher und sogar den Kaiser (Maximilian I. in der Kralle der Fugger!) in Abhängigkeit hielten. Merkantilismus und Aufklärung (Freimaurerdominanz) machten die Religion endgültig zur Privatsache. Deutlich wird: mit dem Aufkommen des Kapitalismus und der Monetarisierung der Gesellschaft löste das Primat der Geldpolitik die christl.Religion als dominanten Faktor ab. Christentum (Bibel!) und (Geld-)Macht sind komplementäre Gegenspieler, nicht inhärente Kooperationspartner, wie uns die inhaltlich irrlichternde Autorin häppchenweise weismachen will! Geld korreliert positiv mit Macht+Politik, nicht mit Christlichsein!

Gast: Humboldt > Märchentante als ProfessorIn-Darstellerin
08.08.2012 01:56
4 0

Eine begnadete Märchenerzählerin, jedoch in Kenntnis faktenorientierter Forschungsergebnisse und der wirtschaftshistorischen Standardliteratur, der relevanten archäologischen Funde und der Ergebnisse ethnologischer Feldforschungen steht einem wegen einem derartigen Übermaß an präpotenter Ignoranz jedes Haar einzeln zu Berge und man könnte die Wände hochklettern. Münchhausen war nix im Vergleich.


Die Kultur"wissenschafterin" wäre auf orientalischen Basaren gewiß eine erfolgreiche Märchenerzählerin.

Die relevante fachspezifische Literatur hat sie leider für ihr Elaborat nicht konsultiert.

Das Werk mag für Ökonomieferne recht erbaulich zu lesen sein. Leider beinhaltet es statt fundierter Fakten eine Fülle an ziemlich wilden, phantasiereichen Spekulationen. Spezialgebiet der Autorin scheint demnach die Traumdeutung zu sein.

Es ist, als spekuliere eine von Geburt an Blinde hunderte Seiten lang über die Harmonie bestimmter Farbnuancen.

Ein Zeichen von Intelligenz, Wissen und gesunder Nicht-Hybris wäre es, seine eigenen Grenzen zu erkennen und entsprechend zu handeln. Andernfalls riskiert man bittere Blamage.

Das kanonischen Zinsverbot ....


....und der daraus resultierenden geschichtlichen Entwicklung des Bankensystems, daß auch noch heute in Grundzügen Gültigkeit hat, wird wohlweislich vergessen

Geldtheorie

"Auch der erste und wichtigste Buchstabe A verweise auf das höchste Opfertier: Aleph (Alpha) - Stier. Nicht zufällig würden auch die Ratingagenturen ihre Bestnoten mit "AAA" vergeben."

Ja, genau. Ich weiß auch was:

"Das Beth ist ein Konsonant, der sich aus der stilisierten Darstellung des Grundrisses eines Hauses (beth = Haus) herleitet"

ein eindeutiger Hinweis auf eine Immobilienblase...

Gast: Emanze mit MBA
07.08.2012 19:30
3 2

Gender-TheoretikerInnen sind an unseren Unis um teures Steuergeld wütende, der Verführung der gutgläubig-naiven Jugend dienende Ideologinnen, deren Planstellen raschest eingespart werden sollten

Dann hätte der ESM-Vertrag wenigstens einen einzigen positiven Aspekt.

Die elitäre Selbstdarstellerin beweist mit ihrem mythenbildenden, jedoch garantiert unwissenschaftlichen da schlecht recherchierten, märchenerzählenden Geschreibsel, daß Kultur"wissenschaft" ein unter (freimaurerischen?) Linken zur Selbsterhöhung (für kritikunfähige Dumme) gängiges gesellschaftsfähiges Etikett aber keine echte, ernstzunehmende Wissenschaft ist. Der Verführungscharakter dieser linken Rattenfänger-Ideologen wird damit evident. Kultur"wissenschaft" erweist sich damit als Potpourri von allem und jedem zur Selbsterhöhung (wenn man nichts profund gelernt bzw. finalisiert hat) zwecks ideologischer Jugend- und Leserverführung.

Zweifellos lebt die Gender-Lady recht angenehm von ihrem überhöhten Status.

In meinen Augen stellt diese Art von "Wissenschaft" mißbräuchliche Verwendung von Steuergeldern dar und wäre daher schleunigst abzustellen.

Antworten Gast: Baumeister
08.08.2012 09:09
0 0

Re: Gender-TheoretikerInnen sind an unseren Unis um teures Steuergeld wütende, der Verführung der gutgläubig-naiven Jugend dienende Ideologinnen, deren Planstellen raschest eingespart werden sollten

Allein das unzulässige Märchen der freimaurerischen Linken, disqualifiziert den Beitrag schon. Was überaus bedauerlich ist, da sie mit einigen Dingen durchaus recht haben.

0 0

Ach ja? Stutenbissig vielleicht?


Antworten Antworten Gast: Kabriofahrerin ohne Genderwahn
08.08.2012 23:46
0 0

Re: Ach ja? Stutenbissig vielleicht?

Garantiert nicht, da glücklicherweise nicht auf Uni sondern bei McKinsey erfolgreich tätig. Daher faktenorientiert. Hobby-Wirtschaftshistorikerin.

Gast: Mises rotiert im Grab
07.08.2012 15:55
8 2

Eine Gender-Theoretikerin im Delirium doziert Vermaledeites

Bar jedes historischen Wissens über die Entwicklung des Geldes oder gar Geldtheorie und Geldpolitik phantasiert die Nichte von Wernher von Braun als Kulturwissenschafterin (was immer das sein soll) über einen ihr inhaltsfernen, wesensfremden Fachbereich daß es zum Gruseln ist. Als Tribut an den berühmten Wendehals als Onkel fungiert die Buchautorin jetzt als UniProfessorin-Darstellerin in Berlin, was schlimm genug wäre, müßte sie und ihr Geschreibsel nicht der ausgebeutete Steuerzahler schon seit 1994 üppig alimentieren. In der Biologie nennt man solch Privilegierte "Parasiten". Das Geld-Buch dient somit als Alibi für angeblich wissenschaftliche Tätigkeit. Doch was kann man von Gender-Tanten anderes erwarten? http://de.wikipedia.org/wiki/Christina_von_Braun Anscheinend hatte die Dame mit der kruden Phantasie keine Zeit, die UniBibliothek zu konsultieren. Denn dann müßte sie sich nicht als Dulcinea outen.

Gast: Salzwasser
07.08.2012 14:46
3 2

Kultur"wissenschaft"?

Lernen Sie Geschichte, Frau Braun.

6 2

Re.: "Nicht zufällig leitet sich auch das lateinische Wort für Geld, "pecunia", von pecus (Rind) ab. Bis heute würden sich moderne Geldzeichen auf die sakrale Herkunft des Geldes aus dem Opferkult beziehen, schreibt von Braun. "


Selten so einen Unsinn gelesen. Rinder waren für Menschen der Frühzeit die ersten und wichtigsten /Investitionen/.
Das Wort "Kapital" vom lat. "caput" bezieht sich auf den Rinderkopf, war doch der Viehbestand in grauer Urzeit sichtbarer Ausdruck von Vermögen schlechthin.

Richtig ist, wonach insbesondere die christlich-jüdische Religion eine Trendwende begünstigte, indem sie Neid als schwere Sünde auswies und damit mittelbar wirtschaftliches Handeln begünstigte. Insbesondere deshalb zieh Karl Marx die Religion als Opium fürs Volk, basiert seine Ideologie doch mehr als alles andere auf Neid und Methoden zu dessen Verbrämung.

http://www.amazon.de/Der-Neid-Gesellschaft-Helmut-Schoeck/dp/3451018950

Gast: Pensador
07.08.2012 14:39
7 3

Ansammlung von Schwachsinn

Wenn das der Buchinhalt ist, dann hat man es hier mit einer Ansammlung von Schwachsinn zu tun.
Das latein. "pecunia" kommt tatsächlich vom Vieh, aber nicht von "Opfertieren", sondern weil in der geldlosen Vorzeit eben der Reichtum aus Viehbesitz bestand, wie auch heute noch z. B. in Afrika üblich. Und das $-Zeichen hat auch nix, wie diese Schwaflerin meint, etwas mit Hörndln zu tun, sondern sondern ist einfach ein U und S übereinander geschrieben, für "United States". (Aus dem "U" wurden später der Einfachheit halber 2 senkrechte Striche).

Die Geldwirtschaft, die ca. im 8. Jh. v. Chr. die Natural- und Tauschwirtschaft ablöste, wurde nicht im Abendland, sondern im Orient erfunden, und zwar in Lydien. Und Goldmünzen waren ursprünglich nichts als genormte Goldstücke mit einem bestimmten Gewicht. Damit dieses Gewicht auch stimmte, wurde als Garantie darauf das Porträt des Herrschers abgebildet. Mit "Autoritätssystem" hat das höchstens etwas zu tun, dass der Herrscher durch seine Garantie den Handel und Warenaustausch erleichterte.
Geldwirtschaft ist ein Zeichen von Hochkultur, Tauschwirtschaft ein Merkmal von Naturvölkern. Da die Geldwirtschaft natürlich wesentlich komplizierter ist als der Tauschhandel, macht sie für einfache Gemüter seit jeher zu etwas Unheimlichen und Bösen.
So stimmt es auch nicht, dass die Juden im Mittelalter gezwungen wurden, Geldwirtschaft zu betreiben. Sie kamen bereits als mit der Geldwirtschaft vertraute Fachleute aus dem Orient.

Antworten Gast: A.B.C.
07.08.2012 19:40
1 0

Re: Ansammlung von Schwachsinn

Sie bringen eine kurze Abhandlung über Geld und auch das mit den Tieren stimmt, wie Sie es angeben. Trotzdem sind es Nutztiere gewesen die den Reichtum darstellten - wenn auch - wie Sie richtigerweise erwähnen, diese nicht als Opfertiere zu bezeichnen wären.

Außerdem haben Herrscher sehr wohl Geld mit dem eigenen Konterfei nicht nur zur Sicherung, sondern sehr wohl als Machtstatus und eigenes Recht herausgegeben.

Die wichtige Rolle der Chinesen im Geldsystem wäre auch noch erwähnenswert.

 
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