US-Unternehmer will "Goldrausch im All entfachen"

24.04.2012 | 11:17 |   (DiePresse.com)

Die Firma Planetary Resources will Rohstoffe im Weltraum fördern. Zu den Geldgebern zählen Google-Chef Larry Page und "Avatar"-Regisseur Cameron.

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Ressourcen aus dem All ist ein Thema, das man eigentlich eher aus Science-Fiction-Filmen kennt: In der finnischen Klamotte "Iron Sky", der derzeit in den Kinos läuft, stoßen Amerikaner auf riesige Helium-3-Vorkommen am Mond. Und in "Avatar" beuten die Menschen rücksichtslos Naturschätze auf einen fernen Planeten aus. Ausgerechnet der Regisseur des erfolgreichsten Films aller Zeiten, James Cameron, unterstützt jetzt ein Projekt zur Förderungen von Rohstoffen im Weltall. Auch Google-Chef Larry Page zählt zu den Geldgebern. Das gab die US-Firma Planetary Resources bekannt. Das Unternehmen verspricht, eine neue Industrie an der Schnittstelle von Weltraumerkundung und Rohstoff-Förderung zu schaffen. Binnen zwei Jahren will die Firma soweit sein, dass eine Vorhut an Raumfahrzeugen ins All starten kann.

"Ich will einen Goldrausch entfachen", sagte Firmen-Gründer Peter Diamandis dem Magazin "Forbes". Was genau Planetary Resources plant, blieb bisher unklar, doch Diamandis hat Andeutungen gemacht, dass es um die Ausbeutung von Asteroiden gehen könnte. Er erzählte, dass er seit seiner Kindheit von Asteroiden-Bergwerken geträumt habe und versprach Neuigkeiten in diese Richtung.

Pionier der privaten Weltraum-Erkundung

Der 50-jährige Diamandis ist ein Pionier der privaten Weltraum-Erkundung. So hatte er den Wettbewerb Ansari X-Prize ausgeschrieben, aus dem 2004 das erste private Raumschiff SpaceShipOne hervorging. Anfang der 90er Jahre war er an der Gründung einer Firma beteiligt, die Weltraumtouristen an Bord russischer Sojus-Schiffe ins All schickt.

Während die staatlichen Weltraum-Programme in den USA und Russland mit Sparmaßnahmen klarkommen müssen, hatten in den vergangenen Jahren wohlhabende Unternehmer private Projekte vorangetrieben. Darunter sind Amazon-Gründer Jeff Bezos, der Chef des Elektroauto-Herstellers Tesla, Elon Musk, und Microsoft-Mitgründer Paul Allen, der schon hinter dem SpaceShipOne stand.

Chefingenieur von Planetary Resources ist Chris Lewicki, ein früherer Manager eines Mars-Programms bei der NASA. Das "Wall Street Journal" berichtete am Samstag von Studien der NASA, wie Asteroiden näher zur Erde "abgeschleppt" werden könnten, um sie auszubeuten. Demnach würde es 2,6 Milliarden Dollar kosten, einen Asteroiden mit einem Durchmesser von sieben Metern mit einem Roboter-Raumschiff in die Mond-Umlaufbahn zu befördern. Ein solches Projekt könne etwa zum Jahr 2025 umgesetzt werden.

(Ag.)

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4 Kommentare

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Gast: American Idiots
24.04.2012 12:30
0

US-Unternehmer will "Goldrausch im All entfachen"

Kann es sein, das manche Menschen durch ein zu großes Vermögen verrückt werden?


Gast: 1. Parteiloser
24.04.2012 11:46
0

Das wird alleine vom Energieverbrauch richtig lustig!

Die Kosten um einen Asteroiden mit einem Durchmesser von 7 Meter in die Mondumlaufbahn zu bekommen wird also schon 2,6 Mrd. USD kosten.

Wenn der Asteroid eine Dichte von 7,85 hat (also wie Stahl), dann geht es um gerade mal um 80 Tonnen. 1 Tonne würde also Kosten von 32,5 Mio. USD verursachen.

Um 1 Kg in die Mondumlaufbahn zu bringen wären also 32.500.- USD notwendig.

Dann geht es noch darum die Rohstoffe auf die Erde zu bekommen. Diese Rohstoffe können ja schlecht einfach Richtung Erde beschleunigt werden, weil das Meiste dann verglühen würde. Es werden also kontrollierte Transporte vom Mond zur Erde notwendig werden, welche auf jeden Fall so gebremst werden müssen, dass die Erdbeschleunigung keine unzulässige Überhitzung bringt. Dazu wird der irre Energieverbrauch durch eines Raketenstarts nicht ganz gebraucht, der Energiebedarf pro Kg wird aber enorm sein. Jedes Kg Rohstoff aus dem All wird gewaltige Kosten für das Herbremsen brauchen. Ohne nachzurechnen würde das Herbremsen für 1 Kg Gold wahrscheinlich den aktuellen Goldpreis sprengen.

Dieses Projekt wird am Kernproblem der Gesellschaft scheitern. An der Verfügbarkeit der Energie und an den Energiekosten. Es könnte aber die Situation kommen, dass diese Aktionen notwendig werden, weil die Erde irgendwann ausgebeutet ist. Erst müsste man aber das Energieproblem lösen.

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